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Kirsten Thelen näht Masken für die DMSG Hessen, die gegen eine Spende bezogen werden können.

Selbsthilfeorganisation

Benefizveranstaltungen in Hessen abgesagt

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Die Multiple-Sklerose-Gesellschaft Hessen muss im Jubiläumsjahr einen Spendeneinbruch verkraften.

Eigentlich hatte der Landesverband Hessen der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) in diesem Jahr allen Grund zum Feiern. Seit 40 Jahren betreut er Multiple-Sklerose(MS)-Kranke und deren Angehörige. Doch die Corona-Krise hat die gemeinnützige Selbsthilfeorganisation im Jubiläumsjahr schwer getroffen. Die DMSG Hessen musste wegen der Pandemie viele Benefizveranstaltungen wie etwa ihren traditionellen Frankfurter Ostermarkt absagen. Damit brachen ihr wichtige Spendeneinnahmen weg. Die Hilfsangebote des Landesverbands für MS-Kranke laufen jedoch weiter, auch wenn er seine Beratungsstellen schließen musste.

„Ausgerechnet im Jubiläumsjahr steht die DMSG Hessen vor ungeahnt großen Herausforderungen“, sagt Vorsitzende Dagmar Spill. Der Landesverband habe zwar Geld aus dem Soforthilfefonds des Bundes erhalten, doch der Wegfall der Spendeneinnahmen könne dadurch nicht ausgeglichen werden.

DMSG Hessen

Spenden für den Landesverband Hessen der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft können auf folgendes Spendenkonto überweisen werden: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE74 550 205 000 007 605 200, BIC: BFSWDE33MNZ.

Wer gegen eine Spende eine Mund-Nasen-Maske von der DMSH Hessen beziehen will, sollte eine E-Mail an folgende Adresse senden: dmsg@dmsg-hessen.de. lad

Allein durch den Pfennigbasar im Frankfurter Dominikanerkloster war im vergangenen Jahr für MS-Kranke ein Erlös von rund 90 000 Euro zusammengekommen. Mit einer vergleichbaren Summe kann die Selbsthilfeorganisation in diesem Jahr nicht rechnen. Wegen der Kontakteinschränkungen musste sie die Sammeltermine für Bekleidung und Haushaltswaren im Frühjahr und Sommer und damit auch den für Anfang September geplanten 17. Pfennigbasar absagen. Jetzt hofft Dagmar Spill, dass wenigstens die ab dem Spätsommer geplanten Benefizveranstaltungen stattfinden können. So ist für den 31. Oktober und 1. November der Frankfurter Herbstmarkt angesetzt. Und im November soll, wenn möglich, wenigstens ein kleiner Pfennigbasar abgehalten werden.

Trotz des Einbruchs bei den Spendeneinnahmen geht die Arbeit des Landesverbands weiter. „Der Alltag für MS-Kranke ist ohnehin schwierig. Doch durch die Kontaktsperre und die derzeitige Unsicherheit ist er oft unerträglich geworden“, sagt die Vorsitzende. Die DMSG hat zwar ihre Beratungsstellen in Frankfurt, Darmstadt, Fulda und Kassel voraussichtlich bis zum 30. Juni geschlossen. Doch die telefonische Beratung sowie die per E-Mail seien ausgedehnt worden, so Spill. Die seien umso wichtiger geworden, da viele MS-Kranke sich derzeit aus Furcht vor einer Ansteckung scheuten, auch bei akuten Symptomen zu einem Arzt zu gehen.

Die Vorsitzende hat handgeschriebene Briefe verfasst, mit denen sie bei Stiftungen um Geld für die Arbeit ihres Landesverbands bittet. Zwei Unternehmen haben bereits für die Beratung notwendige Notebooks gespendet. Und auch von ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bekommt die Organisation Unterstützung. Sie haben Mund-Nasen-Masken genäht, die gegen eine Spende an die DMSG bezogen werden können.

Auch das Jubiläum zum 40-jährigen Bestehen soll gefeiert werden. Für Freitag, 21. August, plant die Organisation am Eisernen Steg in Frankfurt einen Aktionstag zum Thema Mobilität.

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