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Cedric und Johannes vom Team MOd3rnL3gO Hösbach beim Roboterwettkampf.

First Lego League

Begeisterung für Technik wecken

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Zwölf Schülerteams treten beim Roboterwettkampf gegeneinander an.

Kaum, dass das Startsignal gegeben wird, setzen sich die je rund 15 mal 15 Zentimeter großen Gefährte in Bewegung. Es sind kleine Roboter, die vorgegebene Strecken abfahren und an zehn Stationen Aufgaben zu bewältigen haben. Mal muss ein Ball in eine Zielzone geschossen werden, mal wie beim „Hau den Lukas“ auf dem Jahrmarkt auf einen Knopf geschlagen werden.

Das Besondere daran: Alle Roboter und Aufgabenstationen sind aus Legosteinen. Nicht unbedingt die, die man aus dem heimischen Kinderzimmer kennt, sondern spezielle Steine für den Roboterbau. Doch das charakteristische Stecksystem ist unverkennbar. „First Lego League“ nennt sich der Regionalentscheid, zu dem die IHK Darmstadt Rhein-Main-Neckar am Samstag geladen hat. Zwölf Schülerteams aus dem erweiterten Umkreis, von Eschborn bis nach Elsenfeld, von Wiesbaden bis Grünberg, treten in Teams von bis zu zehn Mitgliedern gegeneinander an.

„Jeder Roboter hat eine Einheit, die wir programmieren, damit er das Spielfeld abfährt“, sagt Luisa vom Team RobotX des Bensheimer Goethe-Gymnasiums. Zwei optische Sensoren und ein Gyrosensor sind im Roboter verbaut, damit dieser den Weg erkennen kann, wie Teamkollege Matteo erklärt. Acht Aufsätze für den Roboter haben die Schüler gebaut, damit er die unterschiedlichen Aufgaben bewältigen kann. Im Juni seien die aktuellen Aufgaben und Spielpläne herausgegeben worden, seitdem werde getüftelt und programmiert. „Wir treffen uns mindestens zweimal in der Woche, auch samstags und in den Ferien“, sagt Teamkollege Malte.

Das Bensheimer Team geht als Favorit in den Wettbewerb, schließlich haben deren Vorgänger im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen. „Wir haben vor zehn Jahren mit dem Roboterbau angefangen, sagt Lehrer Tobias Braumann, seitdem gebe es für alle Jahrgangsstufen Roboter-Arbeitsgruppen.

Lego-Roboter sind gefragt

Auch bei der Darmstädter Erich-Kästner-Gesamtschule sind die Lego-Roboter gefragt. „In der Jahrgangsstufe 7 ist die Programmierung des Roboters Teil des Fachs Arbeitslehre“, sagt Lehrer Hano Stühlinger. Spielerisch würden die Schüler so an das Thema Programmierung herangeführt, dank Lego gebe es auch keine Hemmschwelle. „Lego ist ja bekannt und steht für Spaß: Ich muss eigentlich nur die Grundlagen erläutern, alles andere probieren die Schüler selbst aus“, sagt er.

„Wir möchten mit dem Wettbewerb bei den Schülerinnen und Schülern die Begeisterung für Technik und technische Berufe wecken“, sagt Richard Jordan von der IHK. In technischen Berufen herrsche Fachkräftemangel, also müsse man früh den Blick der Schüler auf Technik lenken. „Eine spielerische Herangehensweise ist da natürlich perfekt“, sagt Jordan. Er selbst staune immer wieder aufs Neue, was sich die Schüler für pfiffige Ideen einfallen ließen. Nur der Mädchenanteil könnte höher sein, räumt er ein.

Am Ende errang das Bensheimer Team RobotX den ersten Platz, zweite wurden die RoboKings der Langener Adolf-Reichwein-Schule vor dem Roboteam der Griesheimer Gerhart-Hauptmann-Schule.

Die First Lego League ist ein internationaler Roboter- und Forschungswettbewerb für Schüler von neun bis 16 Jahren. Die IHK Darmstadt Rhein-Main-Neckar richtet den Wettbewerb seit acht Jahren aus. Die Schülerteams qualifizieren sich für Länderturniere und die Weltmeisterschaft. www.first-lego-league.org

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