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Die Komödie "Maria, ihm schmeckt es nicht!" wird nach dem Erfolg in diesem Jahr 2019 abermals auf dem Spielplan stehen.

Burgfestspiele Bad Vilbel

Große Verliebte, kleine Detektive

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Der Spielplan der Burgfestspiele Bad Vilbel im kommenden Jahr steht. Intendant Claus-Günther Kunzmann hat ihn jetzt vorgestellt.

Gerade mal fünf Wochen ist es her, dass Intendant Claus-Günther Kunzmann Bilanz für die vergangene Saison der Burgfestspiele gezogen hat, die mit mehr als 100 000 Zuschauern abermals eine erfolgreiche war. Viel Zeit, um durchzuatmen, blieb nicht. Am Freitag stellte Kunzmann in Anwesenheit von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) in Bad Vilbel das Programm für das kommende Jahr vor.

Die beiden Zugpferde im Abendprogramm 2019 sollen die Bühnenfassung des mit sieben Oscars gekrönten Films „Shakespeare in Love“ sein sowie „Pension Schöller“, eine erstmals 1890 aufgeführte Komödie von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs. Das Stück besteche durch eine „irrsinnige Situationskomik“, so Kunzmann. Es sei eine „sehr rasante, schnelle Komödie mit hohem Unterhaltungswert“. Der „Schwank in drei Akten“, wie die Komödie im Programmheft angekündigt wird, stand 2006 schon einmal auf dem Spielplan der Burgfestspiele.

Die Zuschauer von „Shakespeare in Love“ dürfen sich laut dem Intendanten, selbst ein bekennender Fan des englischen Dramatikers, nicht nur auf eine „wunderbare Geschichte“ freuen, die – nach der Antike – in der zweiten Blütezeit des Theaters in Europa spielt, sondern auch auf schöne Kostüme. Ziel sei es, sagte Kunzmann, auch ein Rahmenprogramm mit hintergründigen Vorträgen zu der Shakespeare-Geschichte auf die Beine zu stellen. Angesichts der intensiven Vorbereitungen des Hessentags 2020 sei aber noch nicht klar, ob das gelinge.

Ebenfalls zum Abendprogramm zählen das Musical „Saturday Night Fever“ mit der Musik der Bee Gees und die bekannte Komödie „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“. Letztere zeigten die Burgfestspiele schon in der zurückliegenden Saison. 14 600 Zuschauer und ausschließlich ausverkaufte Vorstellungen machten die Komödie zum absoluten Publikumsliebling in diesem Sommer.

Zwei Komödien, ein Musical und ein Schwergewicht aus der Theater- oder Filmgeschichte, 2018 waren es „Die Nibelungen“, jetzt ist es „Shakespeare in Love“: In der Gestaltung des Abendprogramms setzen die Burgfestspiele, von leichten Abweichungen abgesehen, auf Kontinuität. „Der Zuspruch in den vergangenen Jahren gibt uns recht“, sagte Bürgermeister Stöhr gestern.

Seit 1987 finden die Festspiele, die in der Spielzeit 2014 zum ersten Mal die Marke von 100 000 Zuschauern übertrafen, in der Ruine der historischen Wasserburg im nördlichen Kurpark statt. Die Zahl der Stücke, Vorführungen (um die 200) und Besucher ist seitdem größer geworden. 2011 wurde erstmals das Theater für Kinder und Familien angeboten. Der Burgkeller wird bereits seit 1995 für Vorstellungen genutzt. Dort gibt es 2019 unter anderem „1984“ zu sehen, George Orwells Geschichte über den totalitären Überwachungsstaat. In dem Stück würden sehr aktuelle Fragestellungen aufgeworfen, äußerte Kunzmann mit Blick auf die modernen digitalen Möglichkeiten.

Wie gewohnt wird das Kinder- und Familientheater die Saison im Mai eröffnen. Den Auftakt macht am 5. Mai „Aschenputtel“, eine „Oper für alle ab fünf Jahren nach Gioacchino Rossini“, inszeniert von Benedikt Borrmann. Auf sie wird, was das Kinderprogramm betrifft, Intendant Kunzmann ein besonderes Auge haben. Der Grund dafür ist die mäßige Bilanz der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ in der letzten Saison, statistisch blieb bei den Vorstellungen jeder zweite Platz im Publikum unbesetzt. Sollte sich das wiederholen, so Kunzmann, werde man dieses Format überdenken müssen, wenngleich es keinesfalls darum gehe, es abzuschaffen.

Abgerundet wird das Kinder- und Familientheater durch rote Zöpfe, Sommersprossen und ein breites Grinsen. „Pippi auf den sieben Meeren“ heißt das Schauspiel ab fünf Jahren nach Astrid Lindgren, das am 12. Mai Premiere hat. Zu guter Letzt haben sich die Burgfestspiele für Erich Kästner entschieden. „Emil und die Detektive“ in Musicalform kommen auf die Bühne der Wasserburg.

Wer sich im Vorverkauf Karten für ein Stück sichern möchte, kann das schon bald tun. Vom 29. Oktober an sind sie zu haben.

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