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Hat drei Auftritte in Frankfurt: Sopranistin Anna Prohaska.

Alte Oper Frankfurt

Klassik und Weltmusik in Frankfurt

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In der neuen Saison der Alten Oper Frankfurt steht etwa die Sopranistin Anna Prohaska im Fokus. Außerdem starten zwei neue Entertainment-Reihen.

Am Anfang einer Saison der Alten Oper Frankfurt steht das Musikfest. Dabei wird ein einzelnes musikalisches Schlüsselwerk der Musikgeschichte zum Ausgangspunkt eines mehrwöchigen Festivals, um Querverbindungen zu anderen Künsten und zur Musik unserer Zeit zu ziehen. In der Saison 2016/17 begibt sich die Alte Oper auf die Spuren der Komposition „Prélude à l’après-midi d’un faune“ – „Nachmittag eines Fauns“ von Claude Debussy.

„Im ‚Faun‘ scheint die Zeit stehen zu bleiben, wird der Klang ausgekostet, die Musik treibt nicht nach vorne, sondern in die Tiefe des Moments“, sagte der Intendant der Alten Oper, Stephan Pauly, bei der gestrigen Vorstellung der neuen Spielzeit. Hinter der farbig schillernden Oberfläche dieses Orchesterwerks werde „nichts weniger als ein gänzlich neues Grundverständnis“ zum Ausdruck gebracht, wie Musik strukturiert ist, so Pauly. Den Eröffnungstag des Musikfests am 25. September gestalten unter anderem das Frankfurter Opern- und Museumsorchester sowie das London Philharmonic Orchestra. Danach folgen über zwei Wochen hinweg zahlreiche Konzerte, Installationen, Performances, Lesungen sowie Künstler- und Einführungsgespräche zum Thema.

Mit zwei neuen Konzertreihen erweitert die Alte Oper ihr Angebot im Entertainmentbereich. Die Reihe „Weltmusik im Mozart Saal“ bietet in vier Konzerten Musikern aus Afghanistan, Syrien, dem östlichen Mittelmeerraum und dem Balkan ein Podium. Damit stehen die Kulturen der Herkunftsländer und Regionen der Flüchtlinge, die derzeit in Deutschland eine neue Heimat suchen, im Zentrum. „Unsere Aufgabe ist es, einen künstlerischen Beitrag zur aktuellen Debatte zu leisten“, so Pauly. Die zweite neue Reihe namens „Jazz im Mozart Saal“ präsentiert neue Spielarten des Jazz aus Skandinavien.

Wie in den Vorjahren stehen auch in der neuen Spielzeit Künstlerpersönlichkeiten oder thematische Schwerpunkte im Fokus. So stellt die Sopranistin Anna Prohaska an drei über die Spielzeit verteilten Terminen ihre künstlerische Arbeit vor. Der katalanische Musiker und Musikwissenschaftler Jordi Savall bringt Klangwelten aus Orient und Okzident, aus Alter und Neuer Welt zusammen. Den dritte Fokus bestimmt das Musikleben der Metropolen Berlin, Paris und New York der 1920er Jahre.

Nach eigenen Angaben fanden in der Alten Oper im Jahr 2015 rund 430 Veranstaltungen mit insgesamt rund 475 000 Besuchern statt. Das Gesamtbudget der Alten Oper betrug im Geschäftsjahr 2015 rund 19 Millionen Euro, davon nahm das Haus rund zwölf Millionen Euro selbst ein, wie Pauly mitteilte. Damit betrug die Eigenfinanzierungsquote rund 64 Prozent. Der reguläre Zuschuss der Stadt Frankfurt belief sich auf rund sieben Millionen Euro.

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