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Ort des Dramas: Der Mainzer Baumarkt von innen, auch Coface Arena genannt.

Das bringt der Tag

"Es gibt Verwirrte in unseren Reihen"

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Eintracht spielt in Mainz +++ Polizeigewerkschaft räumt Radikalisierung ein +++ Grüne und CDU einigen sich auf Koalitionsvertrag +++ Fahrverbote vor Gericht +++ Das bringt der Tag in Rheinhessen und am Main +++

Guten Morgen Hessen und Herzlichen Glückwunsch zum Koalitionsvertrag! Es hat ein paar Wochen gedauert, war offensichtlich eine schwierigere Geburt, als die Langzeitpartner sich das vorgestellt haben, doch am Ende kam ein gesunder Wonneproppen von Koalitionsvertrag von CDU und Grüne für Dich, Hessen, dabei heraus. Das sagen zumindest Volker Bouffier (CDU), der Ministerpräsident bleiben darf, und Tarek al Wazir (Grüne), dessen Stellvertreter und außerdem wohl Wirtschafts- und Verkehrsminister. Die Grünen bekommen für ihr fast doppelt so gutes Wahlergebnis auch doppelt so viele Ministerien. Welche Personen denen vorstehen, das dürfte im Laufe der nächsten und gleichzeitig letzten Tage des Jahres durchsickern.

Eintracht Frankfurt trifft auf FSV Mainz 05

Während so kurz vor Weihnachten in Hessen absolute Harmonie herrscht, brauen sich an Hessens Grenzen, mitten in den englischen Wochen, dunkle Wolken zusammen. Denn es ist mindestens Nachbarschaftsduell, vielleicht sogar Rhein-Main-Derby im rhein-hessischen Mainz. Kommt immer auf die Sichtweise an. Fest steht zumindest, dass unweit von dort, wo der Main in den Rhein fließt, der FSV Mainz 05 auf Eintracht Frankfurt (20:30 Uhr) trifft.

Die SGE will mit drei Punkten den läuferisch fast schon spektakulären Heimsieg gegen Bayer Leverkusen (2:1) veredeln und den Kontakt zu den Champions League-Plätzen aufrechterhalten. Man kommt ja immerhin als Tabellenfünfter, mit gerade einmal zwei Punkten Rückstand auf den viertplatzierten Redbull-Werksclub RB Leipzig.

Ob die Mannschaft per Schiff über die Flüsse wie traditionell die Frankfurter Fans anreisen, oder doch ganz konventionell per Bus über die A66, das weiß nur Trainer Adi Hütter und wahrscheinlich noch Teammanager Christoph Preuß. Für Hütter ist es das erste Spiel gegen den in Frankfurt nicht gerade beliebten Karnevalsverein aus Mainz. Und ganz Frankfurt hofft darauf, dass Hütter schafft, was bislang noch keiner zu vollbringen im Stande war: alle drei Punkte aus Mainz mit nach Frankfurt zu bringen.

Wenn das dann erledigt ist, geht es am Samstag gleich weiter und in das letzte Spiel der Hinrunde gegen den FC Bayern München. Fun Fact: derzeit – und immer noch – wird der Rekordmeister trainiert von Ex-SGE-Coach Niko Kovac, Sie kennen ihn sicherlich noch von früher.

Fahrverbote vor Gericht

Während im Mainzer Stadion zwei Fußballmannschaften um Punkte kämpfen, streiten im Wiesbadener Gericht Städte und Umweltverbände um die Zukunft der Fahrverbote für Dieselmotoren. In Frankfurt sind sie verschoben, in Darmstadt sind sie bereits sicher. Wiesbaden könnte sie auch noch bekommen. Ab 10.15 Uhr verhandelt das Verwaltungsgericht eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen den Luftreinhalteplan der Landeshauptstadt. Unterstützt wird die Umwelthilfe vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Die Kläger wollen erreichen, dass der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft eingehalten wird. Mit einem Urteil wird noch am Mittwoch gerechnet.

Darüber hinaus will das Gericht den Lösungsvorschlag von Land und DUH zu Diesel-Fahrverboten in Darmstadt verkünden. Es ist das erste Mal, dass sich die Parteien eines solchen Verfahrens auf einen Vergleich geeinigt haben.

Polizeigewerkschaft räumt Radikalisierung ein

Die Ermittlungen gegen fünf Beamte der hessischen Polizei wegen rechtsextremer Volksverhetzung sind heute auch Thema im Landtag. Auf Antrag der Linken-Fraktion soll es unter anderem um die Frage gehen, warum Innenminister Peter Beuth (CDU) den Ausschuss bislang nicht über den Sachverhalt informiert hat. Außerdem will die Opposition unter anderem wissen, ob es gegen andere hessische Polizeibeamte ähnliche Vorwürfe gibt.

Und sogar die Gewerkschaft der Polizei (GdP) räumt ein, dass es rechtsextreme Polizisten gibt. „Wir müssen davon ausgehen, dass es einige Verwirrte auch in unseren Reihen gibt“,  sagt GdP-Vorsitzender Oliver Malchow laut dpa der „Passauer Neuen Presse“. Es habe sich ein größerer Teil der Beamten radikalisiert, trotz ihres Schwures auf die Verfassung. Strukturelle Bedingungen, wie zum Beispiel ein ausgeprägter Korpsgeist oder autoritäre Befehlsketten, glaubt Malchow nicht bei der Polizei zu finden. Man sollte aber prüfen, ob nicht ein bisschen mehr Wertervermittlung in der Aus- und Weiterbildung besser wären.

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