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Bau von bezahlbaren Wohnungen ausgesetzt

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Von: Andrea Rost

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Bauherren befürchten höhere Baukosten, weil sich geplante Projekte verzögern. renate hoyer
Bauherren befürchten höhere Baukosten, weil sich geplante Projekte verzögern. renate hoyer © Renate Hoyer

Stopp der Förderung gefährdet städtische Projekte in Hofheim

Der Stopp der Bundesförderung für effiziente Gebäude in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bringt mehrere geplante Bauvorhaben der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) 2022 in Gefahr. Konkret geht es um die Vorhaben an der Hofheimer Straße und auf dem ehemaligen Nahkaufgelände im Stadtteil Lorsbach, um das Quartier-Hochvier an der Höchster Straße, das Projekt Polaris an der Homburger Straße sowie den Stadtteiltreff in Hofheim-Nord. Für sie alle fehlen nun die Fördermittel. „Stand heute können wir keines der geplanten Bauprojekte in diesem Jahr umsetzen“, teilt HWB-Geschäftsführer Norman Diehl mit. Auch die Sanierung der HWB-Wohngebäude Am Forsthaus in Hofheim sei davon betroffen.

Für alle Projekte zusammen ist ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro angesetzt, etwa 16 Millionen davon sollten aus KfW-Mitteln kommen bei einem KfW-Tilgungszuschuss von insgesamt vier Millionen Euro. 126 Wohnungen sind insgesamt betroffen. Mehr als 100 sollten neu gebaut werden.

„Wir sind, wie alle in der Branche, von dieser Entscheidung völlig überrascht“, berichtet Norman Diehl. Ein Lichtblick sei, dass die Bundesbauministerin erkannt habe, dass eine solche Unterbrechung und Verzögerung nicht einfach eins zu eins aufgeholt werden könne. „Unsere Planer sind seit Monaten am Arbeiten und diese Ergebnisse werden nun eventuell über den Haufen geworfen. Dies verteuert völlig unnötig noch weiter geplante Projekte“, befürchtet der HWB-Geschäftsführer. Zudem seien die Förderanträge Voraussetzung für den Baustart der einzelnen Projekte. Der jetzige Stopp führe auch deshalb zu zusätzlichen Verzögerungen. Man hoffe nun auf eine schnellstmögliche Lösung.

Der Hofheimer Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbaugesellschaft, Christin Vogt (CDU) spricht von „einer katastrophalen Entscheidung“. Sie bringe die städtebauliche Entwicklung sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Hofheim massiv in Gefahr. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Baukosten, dem großen Druck auf dem Wohnungsmarkt und der durch die Corona-Pandemie schwierigen Bauzeitenplanung sei der sofortige Stopp der Fördermittel nicht nachvollziehbar. „Wir verstehen die grundsätzliche Zielsetzung der Bundesregierung, wirklich nur hoch energieeffiziente Projekte zu fördern und sehen langfristig eine Stärkung der Position der HWB“, sagte Vogt. Allerdings sei die bremsende und verunsichernde Ad-hoc-Vorgehensweise absolut unverständlich.

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