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Erzählfreudig: Ulrich Tukur beim Tatort-Dreh in den ehemaligen Ray Barracks in Friedberg.
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Erzählfreudig: Ulrich Tukur beim Tatort-Dreh in den ehemaligen Ray Barracks in Friedberg.

Tatort-Dreh in Friedberg

Ray Barracks dienen für Tatort-Dreh

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Auf dem Gelände Ray Barracks in Friedberg dreht der HR derzeit den nächsten "Tatort". Experimentell wird er wieder, aber ohne Leichenrekord.

Drinnen sieht es alles andere als gut aus. Aber darauf hatte ja schon der von Kugeln förmlich durchsiebte und mit Blut besudelte NSU Ro 80 vor dem Gebäude gewarnt. In der Polizeistation scheint es, als wäre dort ein Tornado durchgefegt und anschließend hätte eine Horde Pistoleros gewütet und mit wildem, beidhändigem Waffengebrauch jeglichem Leben in der nostalgisch ausgestatteten Wache ein Ende gesetzt. Über den Schreibtischen liegen leblose Körper. Es sind als Polizisten verkleidete Schaufensterpuppen. Die Akteure aus Fleisch und Blut geben sich derweil munter und posen vor dem Gebäude neben dem zerballerten Ro 80 für die Pressefotografen - zunächst etwas verkrampft, dann aber bricht das Eis vor den klickenden Kameras, als sich Kommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) nach einem Action-Ruf auf den Boden setzt. Der Hessische Rundfunk (HR) hatte gestern an den Drehort für den nächsten Hessen- „Tatort“ eingeladen. Auf dem Gelände der ehemaligen Ray-Barracks-Kaserne in Friedberg (Wetteraukreis) wird die Folge „Der Angriff“ gedreht.

Über einer alten Polizeiwache zwischen Frankfurt und Offenbach, die bald abgewickelt werden soll, zieht mit einer Sonnenfinsternis das Ungemach auf. Eine rachsüchtige Frau und ein Gefangenentransport stranden dort, wo Murot just zu dieser Unzeit einen alten Kollegen besucht, so der Plot. Auch wenn das Oberflächliche des Streifens plakativ auf das Action-Genre hindeutet, beabsichtigen die Macher mit diesem „Tatort“, die Tiefe der Seele zu erreichen. „Wir wollen mit dem Film etwas erzählen, was über den Tag hinaus bleibt“, sagt Liane Jessen, HR-Fernsehspielleiterin, über den achten „Tatort“, den der Sender produziert.

„Die einen sehen darin einen Krimi, die anderen die Metaebene“, die sich laut Jessen über das Thema erstreckt: „Was können wir tun, was können wir hoffen?“ Dass sich das Verlassen des eingefahrenen Krimi-Gleises lohnt, dafür wurde der HR-„Tatort“ jüngst auf dem Festival des deutschen Films mit dem Filmkunstpreis belohnt. Die ausgezeichnete Folge „Murot und das Murmeltier“ wird am 6. Januar 2019 ausgestrahlt. „Das Genre kann nur überleben, wenn es sich erneuert“, stellen Jessen und „Tatort“-Redakteur Jörg Himstedt fest.

Für Regisseur Thomas Stuber zählt die Mischung aus typischen Krimi und dem filmischen Experiment. Damit es so kommt, haben er und der Schriftsteller Clemens Meyer, derzeit Stadtschreiber von Bergen-Enkheim, das Drehbuch geschrieben. Eine Kooperation, die nicht zum ersten Mal zustande gekommen ist. Meyer hat zudem eine kleine Nebenrolle als „DJ Ecki“ übernommen.

Und welchen Murot können die Zuschauer unter Stuber in „Der Angriff“ erwarten? Nicht exakt den gleichen wie zuvor. „Es weht immer ein anderer Wind durch die Kammer Murot“, sagt Tukur zur Arbeit mit wechselnden Regisseuren.

Kindergeburtstag für Christina Große und Peter Kurth

Seine Filmkollegen Christina Große als „Cynthia“ und Peter Kurth als „Brenner“ empfinden die Dreharbeiten wie ein Kindergeburtstag, bei dem nach Herzenslust geballert werden darf. Darsteller Thomas Schmauser meint dagegen etwas knurrig: „Arbeit ist für mich immer anstrengend.“ Aber sie mache ihn nachher, wenn das Ergebnis vorliege, doch glücklich, räumt er ein. Für Schmauser bedeutet dieser „Tatort“ eine Umstellung. Er hatte zuvor die Hauptrolle in „Der große Rudolph“ gespielt, einem Film über den skurrilen Modezar Moshammer, dabei habe er in langen Sequenzen eine Persönlichkeit dargestellt. „Hier spiele ich einen Kannibalen“, sagt er.

„Der Angriff“ beziehe seine Kraft aus kurzen Szenen, erläutert Tukur. Der Schauspieler werde zum „Opfer von Kamera und Schnitt“. Es sei ein Film, der sehr stark von der Montage lebe. Auch für Tukur ist dies keine alltägliche Dreh-Erfahrung. Herauskommen werde ein „spannender, actionreicher, apokalyptischer Film“.

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