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Vor allem alte Menschen nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig. Das ist nicht immer ungefährlich.

Krankenkassen in Hessen

Gefahr bei Arzneien wird unterschätzt

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Immer mehr Menschen nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Die Krankenkasse Barmer Hessen warnt in ihrem aktuellen Arzneimittelreport deshalb vor Wechselwirkungen.

Die Krankenkasse Barmer Hessen warnt in ihrem aktuellen Arzneimittelreport vor den Risiken für Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Im Jahr 2016 habe jeder fünfte bei der hessischen Barmer Versicherte fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig eingenommen. Dadurch steige die Gefahr für Wechselwirkungen.

Die Untersuchung der Krankenkasse bezog sich auf etwa 700.000 Versicherte. Von denen litten 60 Prozent unter mindestens einer chronischen Erkrankung. Am häufigsten seien Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels, Rückenschmerzen, Typ-2-Diabetes und Depressionen. Diese Diagnosen kämen oftmals als Kombination vor, so die Barmer. 31 Prozent seien multimorbid, also litten an mindestens fünf chronischen Krankheiten.

Da in der Regel fast alle Erkrankungen auch medikamentös behandelt würden, liefen die Versicherten besonders Gefahr Einnahmefehler zu machen. „Wer mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnimmt und bei mehreren Ärzten in Behandlung ist, sollte sichergehen, dass der Hausarzt über alle Verordnungen Bescheid weiß“, rät Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer Hessen.

Die Untersuchung hatte ergeben, dass fast 66 Prozent der Versicherten ihre Medikamente von drei oder mehr Ärzten erhielten. Fast 32 Prozent suchten zur Rezepteinlösung drei oder mehr Apotheken auf. Bei den vielen Medikamenten könne es zu Verwechslungen, Abweichungen von der Dosis oder auch zum Vergessen der Einnahme kommen.

Die Krankenkasse rät die Medikation regelmäßig vom Hausarzt überprüfen zu lassen. Auch weil Arzneimittel im Alter zunehmend anders wirken oder langsamer ausgeschieden werden.

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