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Alles klar in Hessens Badeseen – nichts wie rein.

Prüfung

Baden erlaubt

Fast alle Seen in Hessen sind unbelastet. Pflanzen verbessern die Wasserqualität. So richtig erfrischend dürfte der Sprung ins Wasser in den meisten Fällen jedoch nicht werden.

In fast allen Badeseen in Hessen können sich Hitzegeplagte derzeit etwas Abkühlung verschaffen. Lediglich an vier der 61 offiziellen Seen wird vom Baden abgeraten: Am Hattsteinweiher bei Usingen (Hochtaunuskreis) trüben Algen das Vergnügen, an der Grube Prinz von Hessen haben Nilgänse an den Ufern ihren Dreck hinterlassen und am Arheilger Mühlchen (beide Darmstadt) wurde eine hohe Konzentration an Cyanobakterien gemessen, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mitteilte. Am Nieder-Mooser-See (Vogelsbergkreis) riet das zuständige Gesundheitsamt ebenfalls vom Baden ab.

Der Buga-See in Kassel ist zwar freigegeben, doch haben sich dort Wasserpflanzen breitgemacht, die beim Schwimmen stören können. Am Wißmarer See nahe Gießen hat das zuständige Gesundheitsamt Hinweistafeln aufgehängt, weil sich im Wasser Blaualgen stark vermehren. Der in diesem Sommer bereits gesperrte Schultheisweiher bei Offenbach und der Große Woog in Darmstadt wurden inzwischen wieder freigegeben.

So richtig erfrischend dürfte der Sprung ins Wasser in den meisten Fällen jedoch nicht werden. Denn die überwiegende Zahl der heimischen Badeseen sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern vergleichsweise flache Baggerseen, die sich unter der Sonne rasch erwärmen. Selbst in dem mit 22,2 Meter noch vergleichsweise tiefen Waldsee Raunheim wurde am 2. Juli bereits eine Wassertemperatur von 26 Grad gemessen.

Für die Untersuchung der offiziellen Badegewässer sind in Hessen die örtlichen Gesundheitsämter zuständig, die ihre Daten unter anderem an das HLNUG übermitteln. Ist die Konzentration etwa an Keimen oder Blaualgen im Wasser zu hoch, kann vom Baden abgeraten oder es gar verboten werden. Die als Blaualgen bezeichneten Cyanobakterien produzieren Giftstoffe, die allergische Reaktionen, Hautreizungen oder Magen-Darm-Probleme hervorrufen können.

Wasserpflanzen hingegen sind in der Regel harmlos – sie können sogar verhindern, dass sich Blaualgen übermäßig vermehren. Allerdings können Badende bei Kontakt mit den Pflanzen in Panik geraten, warnt das Amt. Bereiche mit einem starken Bewuchs sollten daher gemieden werden. (dpa)

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