Ein Arzt ist gerade dabei ein Corona-Teststäbchen in den Mund einer Patientin zu führen
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Ein Arzt ist gerade dabei ein Corona-Teststäbchen in den Mund einer Patientin zu führen.

Bad Homburg

Testlabor in der Schule

  • vonKatja Schuricht
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Die rund 60.000 Lehrer und 51.000 Erzieherinnen in Hessen haben die Möglichkeit, sich alle 14 Tage kostenlos auf Corona testen zu lassen. In Bad Homburg ist der Test in der Humboldtschule möglich.

Sabine Schlenkrich holt das Teststäbchen aus der Röhre. Bevor Klara Kiefer den Kopf in den Nacken legt und für den Test die Zunge herausstrecken muss, erklärt die Ärztin kurz, dass der tiefe Rachenabstrich, den sie gleich mit dem Stäbchen machen wird, etwas unangenehm sein könnte. „Aber Sie schaffen das“, ermuntert Schlenkrich die Pädagogin. Und so schlimm war es dann auch gar nicht, wie Kiefer danach sagt. „Das ging superschnell.“

Kiefer gehört zu den 45 Lehrern der Bad Homburger Humboldtschule (HUS), die das Angebot wahrgenommen haben, sich in einem zum Labor umgerüsteten Klassenzimmer in der Schule auf Covid-19 testen zu lassen. „Ich lasse mich zum ersten Mal testen. Wenn man das Ergebnis hat, hat man einfach ein besseres Gefühl, auch seiner Familie und seinen Freunden gegenüber.“

Die rund 60 000 Lehrer und 51 000 Erzieherinnen in Hessen haben die Möglichkeit, sich alle 14 Tage kostenlos auf Corona testen zu lassen. Dazu gibt es Listen mit Hausarztpraxen, die die Tests durchführen und bei denen man einen Termin vereinbaren kann.

Doch die HUS ist einen Schritt weiter gegangen und bietet die Tests direkt in der Schule an. Dank einer Kooperation mit der Allgemeinmedizinerin Sabine Schlenkrich ist dieser besondere Service für die über 140 Lehrer jetzt an den Start gegangen: Die Pädagogen können sich nach Voranmeldung testen lassen.

Pädagogin lobt unkompliziertes Konzept

Fee Müller war unter den ersten HUS-Pädagogen, die das Angebot angenommen haben. „Wir haben 1700 Schüler, und das bedeutet einfach viele Kontakte. Deshalb nutze ich gerne das Angebot, mich testen zu lassen“, sagt sie und lobt das unkomplizierte Konzept: „Dass man sich nicht selbst um eine Termin beim Arzt kümmern muss, ist prima. So passt der Corona-Test gut in den Alltag.“

Die Idee sei entstanden, „da einige Kollegen bei Dr. Schlenkrich Patienten sind“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Holger Irnich. „Unser Gedanke war, wenn wir die Tests hier an der Schule anbieten, erspart das die Terminvereinbarung beim Arzt, was vielleicht für den oder anderen doch eine Hürde wäre.“

Schlenkrich, die die Tests in einem extra dafür vorbereiteten Raum am Gymnasium durchführt, opfert dafür ihren freien Nachmittag. Geplant ist, dass die Ärztin bis Anfang Oktober alle zwei Woche an die HUS kommt.

Die Abstriche werden, wie alle hessischen Lehrer-Corona-Tests, mit der Post an ein vom Kultusministerium ausgewähltes Zentral-Labor nach Frankfurt geschickt. Drei Werktage dauert die Auswertung. Liegt dann noch das Wochenende dazwischen, kann es über eine Woche dauern, bis das Ergebnis vorliegt.

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