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Der Reitstall Erlenhof in Bad Homburg brennt.

Gestüt Erlenhof

Pferde sterben bei Reitstall-Brand in Bad Homburg

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Bei einem Feuer auf dem Gestüt Erlenhof in Bad Homburg sterben vier Pferde. Drei Helfer verletzen sich bei dem Versuch, die Tiere zu retten. 

Bei einem Feuer auf dem Gestüt Erlenhof der Unternehmer- und Reiterfamilie Rothenberger in Bad Homburg sind am Donnerstag vier Pferde ums Leben gekommen. Drei weitere erlitten Verbrennungen und mussten in eine Tierklinik gebracht werden.

Beim Versuch, die Tiere zu retten und das Feuer zu löschen, verletzten sich drei Menschen leicht. Ein Feuerwehrmann verbrannte sich an der Hand, zwei Helfer erlitten Rauchvergiftungen und wurden zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht – darunter Sanneke Rothenberger, Tochter der Gestütsinhaber Gonnelien und Sven Rothenberger. „Es geht ihr aber so weit gut“, teilte die Familie in einer Stellungnahme auf ihrer Webseite mit.

Das Feuer war am frühen Morgen in einem Stall ausgebrochen, in dem insgesamt 35 Pferde standen, darunter auch „Cosmo“, mit dem Sönke Rothenberger 2016 Dressur-Olympiasieger in der deutschen Mannschaft geworden ist. „Cosmo“ konnte aber wie die meisten anderen Tiere unversehrt gerettet werden.

Die Feuerwehr war gegen 6.20 Uhr alarmiert worden und schnell am Einsatzort. So sei es gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf eine benachbarte Reithalle und ein Wohnhaus zu verhindern, teilte Feuerwehrsprecher Norbert Fischer mit. Beide Gebäude wurden nur leicht in Mitleidenschaft gezogen.

Der Stall jedoch brannte völlig ab. Genaue Angaben zur Schadenshöhe konnte am Donnerstag noch niemand machen. „Fest steht jetzt schon, dass wir einen Großteil unseres Lebenswerks verloren haben“, teilte die Familie mit. Auch zur Brandursache könne man noch nichts sagen, sagte Polizeisprecher Volker Hammann. Experten des Landeskriminalamtes waren aber bereits vor Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Zunächst galt es jedoch, ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern. So waren noch am Mittag Feuerwehrleute damit beschäftigt, von einer Drehleiter aus Wasser auf die Ruine des Stalles zu spritzen. Die Nachlöscharbeiten würden noch bis in den Abend fortgesetzt,erklärte Norbert Fischer.

„Es ist eine Katastrophe“, sagte Marc Krause, Miteigentümer des Erlenhofs und Schwager von Sven Rothenberger. Immerhin konnten die Pferde, die zunächst aus Panik zum Teil bis in den Wald gerannt waren, wieder eingefangen werden. Tierärzte hatten auf dem Gestütsgelände eine provisorische Intensivstation eingerichtet, um die verletzten Pferde zu versorgen. Bei ihnen bestehe aber wohl keine Lebensgefahr, sagte Marc Krause.

Das Feuer auf dem Erlenhof erinnert an den Großbrand auf dem denkmalgeschützten Rettershof bei Kelkheim im Juli vergangenen Jahres. Dabei hatten sich Heuballen über den Pferde-ställen entzündet. Das Stallgebäude war nicht zu retten. In einer nächtlichen Rettungsaktion konnten die meisten der 40 im Rettershof eingestellten Pferde in Sicherheit gebracht werden, zwei Tiere starben auf der Flucht vor dem Feuer.

Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Löscharbeiten dauerten drei Tage. Die Brandursache ist bis heute nicht geklärt. Die beim Brand zerstörten Gebäude werden saniert beziehungsweise wieder aufgebaut. Rund eine Million Euro wird das kosten. Bürger haben bereits mehr als 10 000 Euro gespendet. Der Rettershof gehört der Stadt Kelkheim und ist an einen Gestütbetreiber verpachtet. (mit aro)

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