Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wegen der großen Hitze konnten die Einsatzkräfte im Innenraum zunächst nicht löschen. dpa
+
Wegen der großen Hitze konnten die Einsatzkräfte im Innenraum zunächst nicht löschen. dpa

Großeinsatz

Bad Homburg: Brand in Reifenlager fordert Rettungskräfte zwölf Stunden

Feuerwehr rettet Flüchtlinge aus Unterkunft. Verwirrung um Warnmeldungen.

Auch zwei Tage nach dem Großbrand in einem Reifenlager in der Siemensstraßen in der Silvesternacht ist die Brandursache unklar. Das Technische Hilfswerk hat das Gebäude notdürftig verbrettert, die Kriminalpolizei hat es versiegelt. Brandursachenermittler des Landeskriminalamtes werden ihre Arbeit heute aufnehmen. Der Brand hatte wohl in der Werkstatt neben dem Reifenlager seinen Ursprung.

Bei dem Feuer waren Tausende in dem Industriebau in der Siemensstraße eingelagerte Autoreifen in Flammen aufgegangen. In den oberen Etagen des dreistöckigen Gebäudes waren Wohnungen untergebracht. Hier befand sich auch eine Flüchtlingsunterkunft, betrieben vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Alle Bewohner des Hauses konnten es unverletzt verlassen. Sie standen nur leicht bekleidet im Hof und verfolgten die Löscharbeiten aus sicherem Abstand.

Drei Feuerwehrleute mussten wegen Kreislaufbeschwerden und leichter Rauchgas-Intoxikation ins Krankenhaus gebracht werden, zwei konnten nach ambulanter Versorgung die Klinik wieder verlassen. Die 25 durch das Feuer obdachlos gewordenen Geflüchteten wurden noch in der Silvesternacht vom DRK in die vom DRK-Kreisverband betriebene Gemeinschaftsunterkunft im Niederstedter Weg verlegt.

Gegen 17.40 Uhr war das Feuer der Zentralen Leitstelle gemeldet worden. In der Folge waren bis in den Neujahrsmorgen hinein 150 Feuerwehrleute aus Bad Homburg, Frankfurt, Oberursel, Kronberg und Bad Nauheim im Einsatz. Wegen der im Gebäude herrschenden Temperaturen von bis zu 800 Grad war kein Innenangriff möglich, Löschroboter der Bad Homburger Feuerwehr und der Frankfurter Berufsfeuerwehr kamen zum Einsatz.

Die Feuerwehrdepots der Kurstadt waren allesamt leer. Um den Brandschutz dennoch sicherzustellen, wurden Wehren aus dem Usinger Land in Alarmbereitschaft versetzt. Wegen des ruhigen Verlaufs der Silvesternacht blieben sie jedoch in den Bereitstellungsräumen.

Im Einsatz waren auch mehr als 50 Kräfte des Technischen Hilfswerkes, Bereitschaften des DRK Hochtaunus und fünf Multifunktionale Einheiten sowie die Bereitschaften des Malteser Hilfsdienstes. Aufgabe der ehrenamtlichen Helfer war es unter anderem, Betroffene zu betreuen, die Einsatzkräfte zu verpflegen und eine Sanitätsstelle aufzubauen.

Löschwasser herangeschafft

Über Warn-Apps, Soziale Medien und Sirenenalarm war die Bevölkerung im Großraum Bad Homburg und in den nördlichen Stadtteilen von Frankfurt aufgefordert worden, wegen der Geruchsbelästigung und möglicher Gesundheitsgefährdung durch Dämpfe, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen abzuschalten. Am frühen Morgen kam dann die Entwarnung. In der Kommunikation gab es jedoch einiges an Verwirrung,

Wie groß der Schaden ist, war gestern noch unklar. War man in der Brandnacht noch von einer „hohen sechsstelligen“ Summe ausgegangen, ist mittlerweile ein Totalschaden am Gebäude nicht ausgeschlossen.

Bei der Kommunikation mit der Bevölkerung während des Großfeuers sei vielleicht nicht alles optimal verlaufen, von Chaos, wie in den Sozialen Medien teilweise formuliert, sei man jedoch weit entfernt gewesen, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Lars Benndorf.

Norbert Fischer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, räumte ein, dass Warnungen, verbunden mit der Aufforderung, Fenster und Türen geschlossen zu halten, in zwei Fällen zu spät zurückgenommen wurden, „das stimmt, ist aber der besonderen Situation in der Silvesternacht geschuldet und wird im Nachhinein mit allen Beteiligten aufgearbeitet“. Warnungen länger als nötig aufrecht zu erhalten, sei aber immer noch besser, als zu spät zu warnen.

Das Zusammenspiel zwischen dem zum Einschalten von Radio und/oder Sozialen Netzwerken auffordernden Sirenensignal und den weit verbreiteten Warn-Apps, verbunden mit Lautsprecherdurchsagen, habe gut funktioniert, betonte Bad Homburgs Bürgermeister und Brandschutzdezernent Oliver Jedynak (CDU). Jedynak unterstrich die „perfekte Zusammenarbeit aller Stadtteilwehren, der Stadtbrandinspektion, der Feuerwehren im Umland, des DRK und des THW“.

Oliver Jedynak und Brandoberinspektor Tobias Klotz nannten als Hauptproblem bei dem mehr als zwölfstündigen Einsatz die Löschwasserversorgung. Riesige Mengen Wasser seien nötig gewesen: „Zeitweise brauchten wir 10 000 Liter in der Minute, das gaben die Hydranten nicht her“, erklärte Einsatzleiter Klotz. Deshalb seien Großtanklöschfahrzeuge aus der ganzen Region angefordert worden. Damit hätten 150 000 Liter zur Verfügung gestanden. Eine vorsorglich zum Schlossteich gelegte Pumpleitung musste nicht in Betrieb genommen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare