Justiz

Baby misshandelt

Im Prozess um schwere Misshandlung eines Babys ist am Fuldaer Landgericht das Urteil gesprochen worden.

Der Angeklagte wurde am Mittwoch zu vier Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Verhängt wurde die Strafe wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor ein Strafmaß von fünf Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidigung hielt nicht mehr als zwei Jahre für angemessen

Das Gericht sah es als erwiesen, dass der 33-Jährige aus dem osthessischen Heringen seinen damals drei Monaten alten Sohn in einer Duschwanne absichtlich kopfüber in heißes Wasser tauchte. Der Junge erlitt schwere Verbrennungen im Gesicht und musste in die Klinik.

Die Tat soll der alkohol- und drogenkranke Hartz-IV-Empfänger im September 2015 im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben. Der Angeklagte äußerte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen. Er sagte nur, er könne sich nicht erinnern und vermittelte den Eindruck, mit der Betreuung seines Sohnes überfordert gewesen zu sein. Die Mutter hatte das Baby wegen einer Wochenbett-Depression in die Obhut des Vaters gegeben.

Nachdem das Baby im Badezimmer verbrüht worden war, alarmierte die Mutter des Angeklagten am Folgetag die Rettungskräfte. Im Krankenhaus wurden Amphetamine im Körper des Babys nachgewiesen. Die Rauschmittel seien dem Kind offenbar verabreicht worden, sagte die Staatsanwältin. Zudem wies das Baby Rippenbrüche älteren Datums und Hämatome am Körper auf. Laut Staatsanwaltschaft geht es dem mittlerweile fünf Jahre Jungen vergleichsweise gut. Er lebe in einer Pflegefamilie. (dpa)

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