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Das Auto verdrängen

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Von: Claus-Jürgen Göpfert

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Frankfurt leidet unter dem hohen Verkehrsaufkommen - nicht nur am Mainufer.
Frankfurt leidet unter dem hohen Verkehrsaufkommen - nicht nur am Mainufer. © Christoph Boeckheler

Es ist nach mehr als 30 Jahren Zeit für einen weiteren Schritt hin zu weniger Autos in der Stadt. Der Kommentar.

In der Planungspolitik braucht es einen langen Atem. Der Fortschritt bewegt sich im Schneckentempo. Bedürfte es für diese Thesen noch eines Beweises, dann ist der Konflikt um die nördliche Mainuferstraße in Frankfurt wunderbar geeignet. Seit mehr als 30 Jahren steht die politische Forderung im Raum, dass der Individualverkehr vom Saum des Flusses verbannt wird. Geschehen ist bisher nichts. 

Nur auf einer kurzen Strecke am innerstädtischen Main ist es seit 1988 gelungen, eine Straße stillzulegen: am Deutschherrnufer in Sachsenhausen, heute eine Oase für Fußgänger und Radfahrer. Dieses Wohnviertel zeigt, welche Qualität öffentlicher Raum entfalten kann, wenn der Autoverkehr verdrängt wird. 

Natürlich liegt es auf der Hand, gerade im Stadtzentrum, nicht weit vom Römerberg entfernt, das attraktive nördliche Flussufer alleine für nichtmotorisierte Besucher zu reservieren. Nicht umsonst ist die Tourismus und Congress GmbH in diese Planungen einbezogen: Denn mit einer solchen beruhigten Uferzone ließe sich international werben.

Bisher waren es stets wirtschaftliche Interessen, die gegen eine Verdrängung des Individualverkehrs ins Feld geführt wurden. Die City müsse für Autofahrer erreichbar bleiben, Einkaufen mit dem Auto müsse weiter möglich sein, so hieß es. 

Tatsächlich ist die Innenstadt sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Das Auto kann leicht am Rande der City zurückgelassen werden. Es ist nach mehr als 30 Jahren Zeit für einen weiteren Schritt weg von der autogerechten Stadt Frankfurt. 

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