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Amelie Laufer und Tobias Schott (hinten) haben in einen Video-Drehraum investiert.
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Amelie Laufer und Tobias Schott (hinten) haben in einen Video-Drehraum investiert.

Rodgau

Ausweg für Rodgauer Eventfirma

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Der Rodgauer Eventveranstalter Tobias Schott hat im Lockdown ein neues Geschäftsmodell gefunden: Er hat erfolgreich auf Online-Marketing für Mittelständler umgestellt.

Noch vor einem Jahr war bei Tobias Schott aus Rodgau Katerstimmung angesagt. Corona breitete sich aus, Hochzeiten und Events wurden deshalb abgesagt, Messen fielen aus. Schotts Veranstaltungs-GmbH Eventwerk Rodgau brachen urplötzlich die Aufträge weg. Der 33-Jährige suchte den Weg aus der Krise – und fand ihn im Onlinemarketing und Firmenconsulting. Zusammen mit der 23-jährigen Amelie Laufer gründete er ein Digital-Coachingunternehmen für Klein- und Mittelständler, das allein schon wegen seines Namens auffällt: Es heißt Racoon Media, ist somit nach dem englischen Wort für Waschbär benannt. „Waschbären sind nachtaktiv wie wir und hinterlassen auch eine Duftmarke“, erklärt er.

Auf 150 Palettenstellplätzen stapeln sich aktuell die Relikte aus der Zeit, als es noch kein Corona gab: Musikanlagen, Lichtorgeln, Stehtische, Spülmaschinen, Hüpfburgen. „2020 war schon durchgeplant, wir waren Anfang des Jahres schon voll gebucht“, blickt Tobias Schott zurück. „Dann kam der Schock, wir standen wegen Corona vor dem Aus.“ Offline seien plötzlich alle Aufträge weggebrochen.

Schon vorher habe es einige Berührungspunkte mit dem Digitalen gegeben, sagt Amelie Laufer. Das eigene Oktoberfest mit Tausenden Besucher:innen habe man so beispielsweise beworben. Schott und Laufer ließen sich durch das Virus nicht entmutigen, besuchten Digitalschulungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Wir haben das Internet komplett neu kennengelernt, haben dann bei uns alles umgemodelt und sind online sichtbarer geworden“, erklärt Laufer. Und plötzlich kam der erste Kunde und fragte, ob man diese Online-Sichtbarkeit auch für ihn erreichen könne. Das neue Geschäftsfeld Racoon Media war geboren – und ist erfolgreich: Aktuell gibt es sogar eine Anfrage aus Marrakesch.

Firmenwandel in Zahlen

Noch im Jahr 2019 standen knapp 50 Mitarbeiter permanent auf der Gehaltsliste der Eventwerk Rodgau GmbH. Dann kam Corona und damit die Existenznot aufgrund Veranstaltungsabsagen. Aus 250 Veranstaltungen im Jahr 2019 wurden im Vorjahr ganze zwei Events.

Am 1. Mai 2020 ging Racoon Media als neue Firma für Brand Building und digitale Verkaufsprozesse offiziell online. Tobias Schott und Amelie Laufer beschäftigen jetzt 15 Mitarbeiter.

Racoon Media fährt mittlerweile fünfstellige Monatsumsätze ein, der Jahresumsatz liegt aktuell bei 500 000 Euro. Mit der „alten“ Firmenstruktur erzielte man jährlich 1,5 Millionen Euro. ann

„Wir haben versucht, so viele Mitarbeiter wie möglich aus dem Eventbereich in die neue Firma mitzunehmen“, sagt Schott. Rund 60 000 Euro wurden „in Technik gepumpt“ – Server, Lizenzen, Kameras. Ein kleines Streamingstudio entstand, in dem Videos gedreht werden und in das sich jeder einmieten kann.

Die „Waschbären“ wollen Kleinunternehmern, Start-ups und Mittelständlern zum erfolgreichen Auftritt in der Onlinewelt verhelfen. Am Anfang jeder Beratung steht dabei ein Analysetag beim Kunden, um zu schauen, „wo die Reise hingehen soll und um Verkrustetes aufzubrechen“, so Laufer. Dann werden die Unternehmer für ihre Onlineauftritte gecoacht oder sie überlassen Racoon Media das Erstellen der Website und das Social-Media-Marketing.

„Wir bringen andere Firmen voran und dadurch auch uns selbst“, sagt Schott. Vor knapp zwei Wochen rief Racoon Media eine „Arsch-hoch-Challenge“ für 60 Tage ins Leben. Die Kunden setzen sich täglich drei Ziele, die bis abends online in die Felder „Meine To-dos heute“ eingetragen sein müssen. „Alle unsere Kunden sind dabei“, sagt Schott.

Zurück zu den Events werde der Weg wohl nicht mehr führen, erklärt er. „Viele Fachkräfte sind einfach nicht mehr da, weil sie umgesattelt haben.“

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