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Schweigen, wegschauen, vergessen? Ottilie Roedersteins „Drei weltabgewandte Frauen“. Das Städel entdeckt die einst berühmte Künstlerin neu.
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Schweigen, wegschauen, vergessen? Ottilie Roedersteins „Drei weltabgewandte Frauen“. Das Städel entdeckt die einst berühmte Künstlerin neu.

Ausstellungen 2021

Dieses Jahr wird wieder bunter

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Rembrandt im Städel, Paula Modersohn-Becker in der Schirn und Alexej von Jawlensky in Wiesbaden: Nachdem 2020 die meisten Ausstellungen ausfallen mussten, gibt es viel nachzuholen.

Massen drängen sich im Frankfurter Städel-Museum vor den Gemälden und Zeichnungen Vincent van Goghs, vor dem Kunstmuseum bilden sich enorme Schlangen. Ähnliche Bilder vor der Ausstellungshalle Schirn, wo die Schau „Fantastische Frauen“ über Malerinnen im Februar 2020 ähnlich vielbeachtet an den Start ging. Die Bilder vom Gedrängel sind gerade mal ein knappes Jahr alt und erscheinen heute fast unvorstellbar. Nach dem Corona-Ausbruch und den ersten Einschränkungen des öffentlichen Lebens floppten zahlreiche aufwendig geplante Ausstellungen, wurden verschoben oder ganz abgesagt.

Zwischen Darmstadt und Kassel: Interessante Ausstellungen 2021

Frankfurt: Das Städel, Schaumainkai 63, besitzt etliche Werke der einst sehr berühmten Künstlerin Ottilie Roederstein, die lange in Frankfurt und Hofheim gelebt hat. „Frei schaffend“ zeigt vom 19. Mai bis zum 5. September einen Überblick über das Schaffen dieser außergewöhnlichen Malerin. Mit „Nennt mich Rembrandt!“ hofft das Städel auf einen großen Erfolg. Um ein Jahr verschoben und zur Zeit im kanadischen Ottawa gezeigte Ausstellung, soll diese nun vom 6. Oktober bis zum 30. Januar 2022 zu sehen sein. Die Schirn-Kunsthalle, Am Römerberg, holt vom voraussichtlich 5. Februar bis zum 16. Mai eine Ausstellung nach, die eigentlich hätte die Frankfurter Buchmesse begleiten sollte, „Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 bis 1940“. Die Retrospektive „Gilbert & George. The Great Exhibition“ gibt einen umfassenden Überblick über das Schaffen des einst so skandalträchtigen Paars, voraussichtlich vom 12. Februar bis zum 16. Mai. Vor 114 Jahren starb die Malerin Paula Modersohn-Becker, die bis heute zu den renommiertesten Künstlerinnen überhaupt gehört. Eine große Werkschau gibt vom 8. Oktober bis zum 13. Februar 2022 einen Einblick in ihr bis heute hoch modernes Schaffen. Fast zeitgleich, vom 15. Oktober bis zum 16. Januar 2022, ist noch eine weitere große Künstlerin, Kara Walker, in der Schirn zu sehen, „A Black Hole Is Everything a Star Longs to Be“ zeigt Zeichnungen und Filme der Amerikanerin.

Darmstadt: Im Hessischen Landesmuseum am Friedensplatz ist noch bis zum 28. März die Ausstellung „Songs for the Air“ des zeitgenössischen argentinischen Künstlers Tomás Saraceno zu sehen. Vom 8. Oktober bis zum 9. Januar widmet sich „Ich. Max Liebermann“ dem wohl berühmtesten deutschen Impressionisten.

Wiesbaden: Das Landesmuseum, Friedrich-Ebert-Allee 2, setzt nach dem Ende der Corona-bedingten Schließung seine August-Macke-Ausstellung „Paradies! Paradies?“ bis zum 9. Mai fort. Vom 30. April bis zum 19. September ist „Neues aus dem 19. Jahrhundert“ zu sehen. Schließlich widmet sich das Museum vom 17. September bis zum 27. März 2022 dem berühmten Maler Alexej von Jawlenski, der vor genau 100 Jahren nach Wiesbaden zog, wo er auch beerdigt ist.

Mainz: Im Landesmuseum, Große Bleiche 49-51, soll die aktuelle Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ nach der Wiedereröffnung bis zum 18. April zu sehen sein, Buchung online unbedingt notwendig unter www.kaiser2020.de. Vom 13. Juni an übernimmt das Museum bis auf weiteres die herausragende Max-Slevogt-Sammlung des Museums Villa Ludwigshöhe, das saniert werden muss.

Bad Homburg: Die aktuelle Ausstellung „Was ist Natur?“ im Museum Sinclair-Haus, Löwengasse 15, wird bis zum 22. August verlängert. „Tempo“ über physikalische, erlebte und ökologische Zeit eröffnet am 26. September.

Kassel: Die Museumslandschaft Hessen-Kassel widmet sich vom 16. Mai bis zum 12. September an insgesamt fünf Standorten in der Stadt dem Thema Wasser. Das Hessische Landesmuseum zeigt die alltägliche Nutzung des Elements im Laufe der Zeit. Im historischen Marmorbad in der Karlsaue geht es um die Frage, wie wasserscheu die höfische Gesellschaft wirklich war, die Neue Galerie macht Wasser zum Sinnbild für Sehnsüchte und Abgründe, und im Schloss Wilhelmshöhe liegt der Schwerpunkt auf dem Motiv des Badens in der Kunst. aph

Nun ist es vielleicht aktuell noch ein bisschen optimistisch, eine Rückkehr zur Normalität in den kommenden Monaten als selbstverständlich anzunehmen, aber die Tage werden länger, die Zahl der Geimpften steigt, und die großen Museen haben 2021 einiges anzubieten. Neue potenzielle Publikumsmagnete planen sie alle erst für das zweite Halbjahr, aber dafür gibt’s einiges, auf das sich Kunstfreunde und -freundinnen schon freuen können. Und in manchen Museen hängen immer noch die „alten“ Ausstellungen des Vorjahres, die manchmal nur wenige Tage überhaupt besichtigt werden konnten und deren Laufzeit oft verlängert wurde.

Auf eine Wiedereröffnung warten etwa die spektakuläre Mittelalter-Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ im Landesmuseum Mainz oder die große August-Macke-Schau „Paradies! Paradies?“ im Landesmuseum Wiesbaden – die umfangreiche Retrospektive des außerordentlich populären Künstlers hätte eigentlich am 1. November eröffnen sollen und war praktisch überhaupt noch nicht zu sehen. Wenn es denn mal wieder losgeht: Bis 9. Mai soll Macke, ein echter Besuchermagnet, dann angeschaut werden können.

Auch die große Ausstellung kanadischer Kunst in der Frankfurter Schirn, die die Buchmesse hätte im Herbst 2020 begleiten sollen, wurde wegen der Pandemie verschoben. „Magnetic North“ soll zeigen, dass das riesige Land nicht nur literarisch, sondern auch in der bildenden Kunst, in diesem Fall aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sehr viel bieten kann. Ob sie nun wirklich schon am 5. Februar eröffnen wird, erscheint angesichts der aktuellen Lage fraglich, zu sehen sein werden aber rund 80 Hauptwerke kanadischer Künstler:innen, viele davon erstmals überhaupt in Deutschland, bis voraussichtlich 16. Mai.

2021 ist in der Schirn ein Jahr der Künstlerinnen. Die US-Amerikanerin Kara Walker, Jahrgang 1969, wird dort parallel zu den berühmten und populären Gemälden Paula Modersohn-Beckers, Jahrgang 1876, zu sehen sein. In normalen Jahren wäre schon jetzt klar: Ein Besucheransturm wäre eigentlich vorprogrammiert.

Hessens wichtigstes Kunstmuseum, das Frankfurter Städel, wollte eigentlich im vergangenen Herbst an seinen Van-Gogh-Erfolg anknüpfen und sich (mal wieder) einem anderen, womöglich noch berühmteren holländischen Künstler, Rembrandt van Rijn, widmen. Um ziemlich genau ein Jahr wurde dieser potenzielle Blockbuster verschoben; Eröffnung wird nun voraussichtlich am 6. Oktober sein.

Max Liebermanns „Papageienmann“ kommt nach Darmstadt.

Auch das Städel zeigt in diesem Jahr eine interessante Künstlerin in einer Einzelausstellung. Im Gegensatz zu Kara Walker oder Paula Modersohn-Becker ist Ottilie Roederstein allerdings fast vergessen, obwohl Frankfurt der hervorragenden Malerin viel verdankt. Die Ausstellung könnte also, so ist zu hoffen, den Fokus wieder auf Roederstein und ihr Werk lenken.

2021 ist in Kassel ein Jahr des Wassers. Seit 2013 sind die barocken Fontänen im Bergpark von Schloss Wilhelmshöhe Teil des Unesco-Welterbes. Das Schloss beherbergt auch eine herausragende Sammlung Alter Meister und ist ein Standort der insgesamt fünf Ausstellungen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Thema im Schloss ist das Baden in der Kunst. Besonders reizvoll dürfte die kulturhistorische Schau zur höfischen Gesellschaft und ihrem Verhältnis zur Hygiene im vorzüglich restaurierten barocken Marmorbad in der Karlsaue sein, das den Zweiten Weltkrieg fast wundersamerweise unbeschadet überstanden hat. Und schließlich kann das Wasser auch Gefahr sein. In der Neuen Galerie symbolisiert das etwa der nicht fahrtüchtige Kahn von Romuald Hazoumé, angekauft nach der Documenta XII im Jahr 2007.

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