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Polizisten räumen auf der Trasse der A49 im Dannenröder Forst das letzte Baumhausdorf.
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Polizisten räumen auf der Trasse der A49 im Dannenröder Forst das letzte Baumhausdorf.

Gewerkschaft

Ausnahmejahr für die Polizei

Der Anschlag von Hanau, der Einsatz im Dannenröder Forst und obendrein Corona: Das Jahr 2020 war auch für die hessische Polizei kein Jahr wie jedes andere.

Das vergangene Jahr mit seinen zahlreichen Großeinsätzen plus Corona hat die hessische Polizei aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) an den Rand des Machbaren gebracht. Allein während der Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst seien mehr als 2000 Beamte über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg im Einsatz gewesen, sagte der hessische GdP-Landesvorsitzende Andreas Grün der Deutschen Presse-Agentur.

Diese Beamten seien zwar aus ganz Deutschland gekommen, die meisten aber aus Hessen. „Es gab, glaube ich, keinen Polizisten in Hessen, der in diesen Wochen nicht ein paar Mal im Dannenröder Forst gewesen ist“, sagte Grün. Zur kalten Witterung und Nachteinsätzen seien Auseinandersetzungen „mit zum Teil sehr uneinsichtigen Aktivisten“ hinzugekommen, von denen einige bereit waren, Straftaten zu begehen. „Das hat die hessische Polizei ungemein belastet.“

Belastend seien aber auch die Einsätze zur Durchsetzung von Corona-Schutzmaßnahmen. „Wir bekommen täglich mit, dass sich die Kollegen große Gedanken machen, wenn sie auf eine Gruppe von vielleicht 15 Personen stoßen, von denen keiner eine Maske trägt“, sagte Grün. Die Beamten müssten einschreiten - „und dann werden sie angehustet und angespuckt - da machen sich die Kollegen natürlich Gedanken um ihre Gesundheit und die Anerkennung als Dienstunfall im Falle einer Infektion.“

Auch das neue Jahr dürfe herausfordernd für die Polizistinnen und Polizisten bleiben. „Man muss sehen, wie die Impfungen durchschlagen und sich die Inzidenzen entwickeln“, meinte Grün. „Aber wir werden auf jeden Fall in der ersten Jahreshälfte stark gefordert sein, die Corona-Verordnungen durchzusetzen, was Abstand oder Maskenpflicht angeht. Von einer Einsatzlage-Entwarnung sind wir so noch sehr weit weg.“

Weil sich die Arbeitsbelastung gerade zum Jahresende noch einmal enorm verdichtet habe, habe die Gewerkschaft in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten, den Innenminister und den stellvertretenden Ministerpräsidenten eine Sonderzahlung und Sonderurlaub für die hessischen Polizisten als Zeichen der Anerkennung gefordert. „Leider haben wir bisher überhaupt keine Reaktion bekommen“, sagte Grün.

Sorge bestehe bei den Polizisten auch vor Ansammlungen mit „schrecklichen gruppendynamischen Prozessen“ nach dem Ende des Lockdowns - mit Angriffen gegen Polizisten, wie etwa im vergangenen Jahr in Frankfurt und Darmstadt: „Ich glaube, je länger der Lockdown dauert und je mehr Frust sich aufbaut, desto größer wird die Gefahr sein, dass wir auch wieder mit solchen Einsätzen konfrontiert werden.“ (dpa)

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