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Ausgerechnet Roland Koch

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Von: Pitt von Bebenburg

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Hauptberuf: Verleger, Herausgeber, Chefredakteur. Karl Gerold. (Archiv)
Hauptberuf: Verleger, Herausgeber, Chefredakteur. Karl Gerold. (Archiv) © FR

Ausgerechnet Roland Koch soll die höchste Auszeichnung des Landes Hessen erhalten - ein Mann, der zuließ, dass die schwarzen Kassen seiner Partei als "jüdische Vermächtnisse" getarnt wurden. Ein Kommentar.

Karl Gerold würde schäumen und nicht mit deftigen Kommentaren sparen. Ausgerechnet Roland Koch soll die höchste Auszeichnung des Landes Hessen erhalten, die Wilhelm-Leuschner-Medaille, benannt nach einem mutigen Antifaschisten und Gewerkschafter.

Ausgerechnet Koch, der zuließ, dass die schwarzen Kassen seiner Partei als „jüdische Vermächtnisse“ getarnt wurden; ausgerechnet Koch, der in Wahlkämpfen an ausländerfeindliche Ressentiments appellierte; ausgerechnet Koch, der den Gewerkschaften das Wasser abzugraben trachtete. Gerold, der einstige Herausgeber der FR, der die Leuschner-Medaille zu Recht erhalten hat, hätte das als politische Kriegserklärung aufgefasst.

Zwar sind die meisten ehemaligen Ministerpräsidenten mit der Leuschner-Medaille geehrt worden. Doch es würdigt die Auszeichnung herab, wenn sich politische Weggefährten ungeniert gegenseitig die höchste Ehre des Landes anheften, unabhängig von den Werten des Namensgebers Leuschner.

Da hilft es nichts, wenn zugleich eine Medaille an die politische Konkurrenz geht – diesmal an Bundeswirtschaftsministerin Zypries (SPD). Im Gegenteil: Das entlarvt erst recht das parteipolitische Geplänkel.

Regierungschef Bouffier sollte seinen Vorschlag zurückziehen. So könnte er den Weg frei machen für eine Neuausrichtung. Im Sinne Wilhelm Leuschners.

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