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Der Arbeitsmarkt hat sich im Oktober weiter erfreulich entwickelt.

Arbeitsmarkt

Auf Zuwanderung angewiesen

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Die Regionaldirektion Hessen weist darauf hin, dass ohne junge Menschen mit Migrationshintergrund noch mehr Lehrstellen nicht besetzt werden könnten.

Der Arbeitsmarkt hat sich im Oktober weiter erfreulich entwickelt. Die Erwerbslosenquote sank im vergangenen Monat landesweit auf einen historischen Tiefstand von 4,4 Prozent. Dahinter verbergen sich allerdings noch immer rund 147 000 Menschen, die in den hessischen Agenturen für Arbeit als arbeitslos gemeldet sind. Inzwischen hat der Konjunkturaufschwung auch die Langzeitarbeitslosen erreicht. Hier betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 11,5 Prozent.

Der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, wies in seinem Bericht vom Dienstag darauf hin, dass die „guten Ergebnisse“ der letzten Jahre ohne Zuwanderung nicht erreicht worden wären: „Der demografische Faktor erreicht immer mehr den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.“ Der Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf aktuell über 2,6 Millionen werde „in erster Linie durch Menschen aus dem Ausland getragen“.

Auch der Ausbildungsmarkt sei auf junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund angewiesen. „Ohne sie würden noch mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben.“ Am Stichtag 30. September, waren noch 2830 Ausbildungsstellen nicht vergeben und 1710 Bewerberinnen und Bewerber noch auf der Suche.

In Frankfurt möchte der Leiter der Arbeitsagentur, Karl-Heinz Huth, dass „möglichst alle Jugendlichen“ unterkommen. Derzeit haben 263 junge Leute noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Sie können zwischen 334 unbesetzten Stellen wählen. Insgesamt waren in Frankfurt zum Monatsende 20 400 Menschen arbeitslos. Damit hat nach Einschätzung von Huth das Niveau der Arbeitslosigkeit einen „erfreulich niedrigen Stand“ erreicht. Er geht davon aus, dass sich der gegenwärtige Arbeitsmarktaufschwung bis ins nächste Jahr fortsetzen wird.

Da mehr als 60 Prozent der Arbeitslosen in Frankfurt keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, werde derzeit mit dem Programm „Zukunftsstarter“ versucht, ungelernte Arbeitnehmer zu Fachkräften auszubilden.

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