Altenstadt

Ausbau von Hühnerfarm in Heegheim nicht genehmigt

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Die Zufahrt ist zu schmal, sagt das Regierungspräsidium. Der BUND hatte Kritik an der Haltung von 40 000 Tieren angemeldet.

Weil kein gesicherter Gegenverkehr auf der Zufahrt möglich ist, hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt dem Betreiber eines Masthähnchenhofs die Genehmigung auf Erweiterung versagt. Der Betrieb auf der Feldgemarkung von Altenstadt-Heegheim hatte den Bau einer weiteren Halle beantragt, um statt der bisher knapp 40 000 Masthähnchen künftig 65 000 zu halten. Der BUND Altenstadt begrüßt die Entscheidung des RPs, heißt es in einer Mitteilung der Naturschutzorganisation. Laut BUND hätte der Ausbau auch nicht genehmigt werden dürfen, weil der Betrieb nicht über die erforderliche Anbaufläche für Futter verfüge. Der BUND beruft sich auf ein Urteil von 2019 in Bayern und kündigt eine Klärung für Altenstadt-Heegheim an.

Die Landesverkehrsbehörde Hessen mobil legte das entscheidende Veto im Genehmigungsverfahren beim RP ein. Der rund 480 Meter lange Feldweg, der den Hof mit der Kreisstraße 237 verbindet, bildet den Knackpunkt im Ausbauantrag. Die Strecke sei nicht breit genug, um einen Begegnungsverkehr zwischen Lastwagen und Traktoren zu ermöglichen. Damit sei das Vorhaben nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz nicht genehmigungsfähig, heißt es vom RP. Nicht zu erfahren war, wie hoch die Lastwagen-Frequenz nach der Hoferweiterung sein wird und wie häufig es zu einer Begegnung von Trecker und Lastwagen kommt.

„Eigentlich hätte der Wegbau ohne viel Aufwand bereits erfolgen können“, sagt Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) der FR. Es hätten einige Ausweichspuren angelegt und zwei enge Kurven mit Aufschotterung des Randes für die Lastwagen mit Langanhänger entschärft werden müssen, sagt er. Laut Syguda hat der Hofbetreiber jedoch Gemeinde und Kreis in der Pflicht gesehen, den öffentlichen Wirtschaftsweg auszubauen. „Hier gilt jedoch das Verursacherprinzip. Es ist daher legitim zu fordern, wer die Vorteile einer Verbesserung hat, muss dafür auch aufkommen und nicht der Steuerzahler“, sagt Syguda. Die Betriebsleitung lehnte auf Anfrage der FR eine Stellungnahme ab.

Bereits vor zwölf Jahren kritisierte der BUND den Bau des Mastbetriebs, weil der direkt am Naturschutzgebiet „Bruch von Heegheim“ liegt, wo etwa Graureiher brüten. Aber nicht nur das führt der BUND an: „Solche industrielle Intensivhaltung liefert billiges Fleisch zu einem hohen Preis zu Lasten anderer“, etwa durch das Abholzen von Regenwald für den Soja-Anbau als Exportfutter.

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