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Eindrücke von der letzten Expo in Astana, der Hauptstadt Kasachstans.
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Eindrücke von der letzten Expo in Astana, der Hauptstadt Kasachstans.

Hessen

Aus für hessisches Expo-Projekt

CDU und Grüne in Hessen sehen keine zeitnahe Perspektive für eine „Specialised Expo“. Das Vorhaben sollte die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main stärken.

Von Pitt von Bebenburg

Es klang nach einem ganz großen Wurf. Die schwarz-grüne Koalition in Hessen wollte „die Zukunftsfähigkeit der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main nachhaltig stärken, indem wir innovative Konzepte fördern wollen, die sich mit den drängenden Herausforderungen in der Region befassen“. So steht es im Koalitionsvertrag. Dazu solle „als gemeinsame, umfassende Vision für die Zukunft die Ausrichtung einer ,Specialised Expo‘“ dienen. Dieses Vorhaben hat die Landesregierung stillschweigend ad acta gelegt. Das kam durch eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Marius Weiß heraus.

Bei genauerer Prüfung habe sich „herausgestellt, dass die nächste für eine erfolgsversprechende deutsche Bewerbung erreichbare ,Specialised Expo‘ frühestens im Jahre 2032/33 möglich wäre“, schreibt Staatskanzleichef Axel Wintermeyer (CDU) in seiner Antwort. Vom früheren Plan, sich um eine Ausrichtung in den Jahren 2027/28 zu bewerben, habe Hessen Abstand genommen. Begründung: Die Bewerbung hätte die nächsten Landes- und Bundesregierungen „politisch und finanziell nicht unerheblich gebunden“.

Specialised Expo

Seit 1936, als Stockholm den Anfang machte, hat es mehr als 30 Ausstellungen unter dem Namen „Specialised Expo“ gegeben. Zwei Mal fanden sie in Deutschland statt: 1957 in Berlin als „Interbau“ und 1965 in München als „Internationale Verkehrsausstellung“. 2017 war die bisher letzte „Specialised Expo“ im kasachischen Astana.

Der US-Bundesstaat Minnesota hat sich für die nächste Ausgabe 2027/28 beworben mit dem Motto „Gesunde Menschen – gesunder Planet“.

Das Expo-Büro in Paris vergibt die „Specialised Expos“ ebenso wie die Weltausstellungen Expo, die es seit 1851 gibt. Die nächste Expo ist 2025 im japanischen Osaka geplant. pit

Dabei hatten CDU und Grüne der Veranstaltung in ihrem Koalitionsvertrag bereits ein Motto gegeben: „smart region – smart people“. Die benachbarten Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sollten einbezogen werden. Die Landesregierung hatte auch die „Einbindung der Kommunen, der Kreise, der regionalen und überregionalen Wirtschaft, von Wissenschaft, Forschung und Bildungseinrichtungen“ angestrebt, wie aus einer früheren Auskunft Wintermeyers hervorgeht. Bei der Veranstaltung sollten „in der gesamten Region neuartige Pilotvorhaben im Kontext von ,smart-region‘-Anwendungen und –Technologien entwickelt, erprobt und eingesetzt“ werden.

Sozialdemokrat Weiß geht davon aus, dass das Vorhaben „beerdigt“ wurde. „Das wird wahrscheinlich gar nichts mehr.“ Das sei aus seiner Sicht nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Landesregierung nichts für die Entwicklung der Rhein-Main-Metropolregion tue. Die SPD bevorzugt nach seinen Worten weiterhin eine Internationale Bauausstellung (IBA). Das Land Hessen hatte dazu vor mehr als einem Jahrzehnt einen Anlauf genommen, angeregt vom damaligen SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Landtag setzte seinerzeit einen Lenkungsausschuss ein, dem CDU, SPD, FDP und Grüne angehörten. Dann stiegen die damaligen Regierungsparteien CDU und FDP aus, weil sie zu hohe Kosten für eine IBA befürchteten.

SPD zieht Internationale Bauausstellung vor

Die SPD befürworte nach wie vor eine IBA Frankfurt/Rhein-Main. Dort würden „exemplarisch und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Pilotprojekte für Leben, Wohnen, Arbeiten und Mobilität heute entwickelt – in wachsenden wie auch in schrumpfenden Städten“, formulierte die Partei 2018 in ihren Wahlprogramm. Das gelte noch immer, sagt Weiß. Eine IBA sei „über einen längeren Zeitraum angelegt“ und damit „nachhaltiger“ als eine „Specialised Expo“.

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