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Der Lack ist ab. Die neuen S-Bahn-Fahrzeuge kommen bei den Lokführern nicht gut an, weil sie frieren.
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Der Lack ist ab. Die neuen S-Bahn-Fahrzeuge kommen bei den Lokführern nicht gut an, weil sie frieren.

RMV

Aufstand der S-Bahn-Fahrer

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Lokführer in den S-Bahnen des RMV sind genervt: Sie frieren in den Führerständen, fühlen sich gestresst von ständigem lauten Piepsen. Die Gewerkschaft geißelt Personalmangel und Arbeitsbelastung der S-Bahn-Fahrer. Die Bahn weist derlei Vorwürfe zurück.

Sie frieren in ihren Führerständen, sind hochgradig genervt von dem elektronischen Piepsen, das sie mit rund 85 Dezibel ständig beschallt. Als ihr Arbeitgeber zum Jahresanfang auch noch den hohen Krankenstand beklagte, platzte den S-Bahn-Fahrern der Kragen: Nicht sie seien schuld daran, dass die S-Bahn-Linie 4 und vereinzelt andere Züge wegen Personalmangels zum Jahresanfang nicht fuhren, teilt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit. Alleine die Deutsche Bahn habe zu verantworten, dass die Fahrer knapp wurden. Lediglich zwei Lokomotivführer hätten sich zusätzlich an Neujahr krank gemeldet. „Wenn das Zugausfälle in diesem Maße auslöst, dann liegt das eindeutig an der schlechten Personalplanung“, stellt Karl de Andrade-Huber klar, GDL-Vorsitzender des Bezirks Frankfurt.

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) das S-Bahn-Angebot ausgeweitet. Es gibt zusätzliche Fahrten zum Flughafen sowie einen Halbstundentakt auf den Linien S 1 bis S 6, S 8 und S 9 an Sonn- und Feiertagen in der Frühe. Der erforderliche erhöhte Personalbedarf sei dem Arbeitgeber seit zwei Jahren bekannt, sagt der GDL-Vorsitzende. Den aktuell rund 420 Lokführern fehlten 30 zusätzliche Kollegen, um den Mehrbedarf zu decken. Deshalb arbeiteten sie in unregelmäßigen Schichtdiensten, schöben hohe Überstundenzahlen vor sich her. „Gleichzeitig werden sie mit lauten und kalten Führerständen in der neuen S-Bahn ET 430 konfrontiert.“

Die ET 430 sind die neuen Fahrzeuge, die im vergangenen Jahr die Exemplare aus der Anfangs-Ära der S-Bahn Rhein-Main abgelöst hatten. Bei der Einführung hatten sich wochenlang Fahrgäste über das laute Piepsen beim Öffnen und Schließen der Türen beschwert. Auch kam und kommt es zu Verspätungen, weil der Taster fälschlich gedrückt wurde und wird, mit dem mobilitätseingeschränkte Fahrgäste den Lokführer rufen können, damit der per Hand eine 20 Kilogramm schwere Rampe anlegt. Ein Unding, dass dies nicht automatisch geht, meint der GDL-Vorsitzende – „bei einem technischen Fahrzeug dieser Qualität“. Seit Monaten sei der Bahn dieses Problem bekannt. Geschehen sei nichts.

Der Bahn-Sprecher gibt sich überrascht. Dass die Heizungen nicht ordentlich funktionieren und das Piepsen als psychische Dauerbelastung empfunden wird, sei ihm neu: „Uns sind diese Probleme nicht bekannt gewesen.“ Bezüglich des Personalmangels nennt er Zahlen: Normalerweise liege der Krankenstand bei fünf Prozent. Freitag nach Neujahr sei er auf siebeneinhalb Prozent gestiegen, am Sonntag nochmals auf 9,1 Prozent.

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