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Die Journalistin Martina Fietz.

Hacker-Angriff

Auch hessische Politiker von Datenklau betroffen

Via Twitter landen massenhaft private Daten und Dokumente im Netz. Betroffen von dem Online-Angriff sind Prominenten und Politiker - auch aus Hessen.

Von der massenhaften Veröffentlichung teils persönlicher Daten im Internet sind auch mehrere hessische Spitzenpolitiker betroffen. Unter anderem gelangten Handynummern von Parteivorsitzenden ins Netz. Bundesweit galt der Online-Angriff Hunderten Prominenten, darunter viele Politiker.

Zu den via Twitter veröffentlichten Daten zählen unter anderem Adressen, Telefonnummern oder Chat-Verläufe. Die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Martina Fietz, warnte am Freitag in Berlin, es könnten auch gefälschte Daten in das Material eingeschleust worden sein.

Auf welche Art und Weise die Daten abgeflossen seien, „lässt sich noch nicht mit Sicherheit feststellen“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Sicherheitsbehörden hätten festgestellt, dass es sich sowohl um „relativ aktuelle als auch um ältere Datenpakete handelt“.

Ein Sprecher des hessischen Innenministeriums bestätigte, dass auch Politiker aus dem Land Ziel der Angriffe waren. Die Bundesbehörden und die hessischen Sicherheitsbehörden stünden in engem Austausch und ermittelten. Das Landeskriminalamt nehme eine sogenannte Gefährdungsbewertung bei den Betroffenen vor. Falls diese vorliege, würden entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Vom hessischen SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel sei eine Handynummer ins Netz gestellt worden, die jedoch nicht mehr aktuell sei, erklärte ein SPD-Sprecher. Auch der Name des hessischen FDP-Vorsitzenden Stefan Ruppert steht auf der Liste. Ruppert sehe die Sache relativ gelassen, erklärte ein FDP-Sprecher. Zwar sei seine tatsächliche Handynummer veröffentlicht worden, bislang seien jedoch lediglich zwei freundliche Nachrichten aus unbekannter Quelle angekommen.

„Auch hessische Landespolitiker der CDU sind von dem Hackerangriff betroffen, darunter auch Mitglieder der Landesregierung“, erklärte eine CDU-Sprecherin in Wiesbaden. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand wurden keine sensiblen Daten veröffentlicht.“

„Was wir zurzeit wissen ist, dass es einen massiven Angriff auf die Privatsphäre auch von hessischen Politikerinnen und Politikern gegeben hat“, teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Landtag, Jürgen Frömmrich, mit. „Warum dies geschah, wie es dazu kam und wie groß das Ausmaß ist, kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.“

Schäfer-Gümbel erklärte: „Wir haben es offensichtlich mit einem Versuch zu tun, Besorgnis und Unsicherheit zu schüren.“ Ob dahinter ein politisches Motiv stehe, müsse noch geklärt werden.

Auf dem Twitter-Account waren Listen von Betroffenen veröffentlicht worden, die nach Parteimitgliedschaft geordnet waren. Mit Abstand die meisten Einträge gab es auf der CDU-Liste. Die AfD-Fraktion ist die einzige im Bundestag, zu der keine eigene Liste veröffentlicht wurde.

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