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Wann genau die Castoren von einem deutschen Hafen per Bahn nach Biblis rollen, ist noch nicht bekannt.

Proteste

Atommüll rollt nach Biblis

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Atommüll-Transport aus dem englischen Sellafield wurde genehmigt. Erste Proteste von Atomkraftgegnern.

Auf Hessen kommt in den nächsten Wochen ein Atommülltransport zu. Vom englischen Sellafield rollt er mit sechs Castor-Behältern zum Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Biblis. Dort soll der Atommüll zwischengelagert werden.

Am Freitag erteilte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung die Transportgenehmigung nach dem Atomgesetz. Das teilten die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und das hessische Umweltministerium mit. Damit liege „die letzte notwendige genehmigungsrechtliche Voraussetzung für die Rückführung von Wiederaufbereitungsabfällen in das Standort-Zwischenlager Biblis vor“, hieß es aus dem Ministerium von Priska Hinz (Grüne).

Wann genau die Castoren von einem deutschen Hafen per Bahn nach Biblis rollen, ist noch nicht bekannt. Die GNS spricht vom „Frühjahr 2020“. Bereits vor zwei Wochen hatten Anti-Atomkraft-Demonstranten in Biblis und an Orten in Deutschland gegen die Transporte protestiert. Sie befürchten, dass aus Castor-Zwischenlagern ein „ungeeignetes Langzeitlager“ werden könne, da es bis heute keinen Beschluss über ein Atommüllendlager gibt.

Die Energiekonzerne hatten Atommüll aus Kraftwerken seit den 1970er Jahren zur Wiederaufbereitung nach Sellafield geschickt. Sie verpflichteten sich zugleich, die radioaktiven Abfälle aufzunehmen, die bei der Wiederaufbereitung anfallen. Weitere Transporte folgen von Sellafield zum Zwischenlager Isar in Bayern und nach Brokdorf in Schleswig-Holstein. Atomabfälle aus dem französischen La Hague sollen nach Philippsburg (Baden-Württemberg) gebracht werden. 

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