Atomkraftwerk Biblis: Abbau des Reaktordruckbehälters beginnt

  • Jutta Rippegather
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Das Land erteilt die zweite Genehmigung für RWE. Der BUND kritisiert mangelnde Transparenz und sorgt sich um die Sicherheit der Bevölkerung.

Umweltstaatssekretär Oliver Conz spricht von einem „deutlichen Zeichen für die Energiewende in Hessen“. Die am Mittwoch erteilte zweite Abbaugenehmigung für Block B des Kernkraftwerks Biblis sei ein „weiterer Meilenstein“.

Auch Guido Carl, Vize-Vorsitzender des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), freut sich, dass mit dem Rückbau die Atomkraft beendet ist. „Verwerflich“ sei allerdings die mangelnde Transparenz in den Verfahren. „In der zweiten Genehmigung wird mit dem Reaktordruckbehälter und dem biologischen Schutzschild der Rückbau der am stärksten belasteten Anlagenteile ermöglicht, ohne dass eine öffentliche Kontrolle stattfinden kann.“

Begonnen hat der Abbau von Hessens einzigem Atomkraftwerk Mitte 2017. Betreiberin RWE hat 15 Jahre dafür angesetzt. Beide Blöcke sind seit vergangenem Jahr frei von Kernbrennstoffen. Die Genehmigung vom Mittwoch betrifft alle Anlagenteile, die von der ersten noch nicht erfasst waren. Ein laut Ministerium „hohes Sicherheitsniveau“ gewährleiste, dass keine Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt bestehe. Der BUND bezweifelt das. Er fordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung für alle Phasen des Rückbaus. „Diese wäre vor allem wichtig, um den höchstmöglichen Schutz der Bevölkerung vor zusätzlicher radioaktiver Belastung zu gewährleisten“, sagt Carl.

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