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Corona

Corona: Karl Lauterbach fordert Impfung mit AstraZeneca für Jüngere

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Skepsis gegen den Impfstoff von AstraZeneca ist groß. Experte Karl Lauterbach (SPD) fordert eine Impfung jüngerer Menschen mit dem Vakzin.

  • Die Vorbehalte gegen den Impfstoff der Firma AstraZeneca bleiben weit verbreitet.
  • Im Kampf gegen Corona will SPD-Experte Karl Lauterbach vermehrt jüngere Menschen mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen.
  • Der Impfstoff AZD1222, auch bekannt als COVID-19 Vaccine AstraZeneca, erhielt seine Erstzulassung am 30. Dezember 2020 in Großbritannien

Update von Dienstag, 02.03.2021, 20.49 Uhr: Laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ist es „absurd“, dass der Corona-Impfstoff der Firma AstraZeneca zum „Ladenhüter“ wird. In der Praxis, so Lauterbach, verhindere er in 80 Prozent aller Fälle eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Lauterbach regt auf Twitter an, den AstraZeneca-Impfstoff allen Menschen unter 65 Jahren in den drei Prioritätsgruppen sofort zur Verfügung zu stellen.

Karl Lauterbach (SPD) will Menschen unter 65 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen.

Corona: Klinik bleibt auf Impfstoff von Astrazeneca sitzen

Erstmeldung von Mittwoch, 24.02.2021, 17.06 Uhr: Die Uniklinik Gießen-Marburg (UKGM) wird den ihr zugewiesenen Impfstoff des Herstellers AstraZeneca nicht los. „Leider nimmt auch am UKGM die Impfbereitschaft ab“, berichtet der Vorsitzende der Geschäftsführung, Gunther Weiß, der Frankfurter Rundschau. Am liebsten würde er deshalb das Impfangebot auf die gesamte Belegschaft ausweiten.

Uniklinik Gießen-Marburg wird Impfstoff des Herstellers AstraZeneca nicht los

AstraZeneca habe ein „Imageproblem“, räumt Marcus Gerngroß ein, Sprecher des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU). Der Minister gehe davon aus, dass es sich spätestens lösen werde, wenn das Vakzin großflächig zum Einsatz komme. Bislang wurde in Hessen erst etwas mehr als 6000-mal AstraZeneca gespritzt. Inklusive der jüngsten Lieferung vom Freitag stehen inzwischen 112 800 Dosen zur Verfügung. Das eröffnet die Möglichkeit, die Jüngeren in der Priorisierungsgruppe 2 in Angriff zu nehmen.

Ein beachtlicher Teil wird auch für das medizinische Personal der Arztpraxen benötigt, das an den nächsten beiden Wochenende die Ärmel hochkrempeln kann. Die Nachfrage sei beachtlich, versichert Gerngroß. „Es ist eine hohe Bereitschaft festzustellen, der Impfwille ist groß.“

Impfstoff von AstraZeneca hilft gegen schwere oder gar tödliche Verläufe einer Corona-Erkrankung

Anders die Situation an der Uniklinik Gießen-Marburg. Mit einem Rundschreiben hat sich die Geschäftsführung am Sonntag bemüht, die Bedenken zu zerstreuen. „Auch wenn der AstraZeneca-Impfstoff im Vergleich zu den beiden anderen derzeit in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffen etwas weniger wirksam scheint, so schützt er doch gemäß aktueller Studienlage sehr gut gegen schwere oder gar tödliche Verläufe einer Covid-19-Erkrankung und verhindert in vielen Fällen auch die Erkrankung selbst“, versichern die Unterzeichner.

Selbst auf den Intensiv- oder Covid-Normalstationen sei seit Beginn der Impfungen im Dezember „eine deutliche Zurückhaltung bei den Anmeldungen“ wahrzunehmen. „Oft begegnete uns der Satz, dass man lieber auf den für Ende Januar angekündigten Vektorimpfstoff von AstraZeneca wegen dessen erprobten Wirkmechanismus und dessen nur geringen Nebenwirkungen warten wollte.“ Der sei nun seit 29. Januar von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen. Die Ständige Impfkommission empfehle ihn zunächst nur für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Doch wegen der „zunehmende Zurückhaltung“ hätten die ersten 400 Dosen in den vergangenen Tagen nicht vollständig verimpft werden können. Weitere 600 Dosen des AstraZeneca-Vakzins stünden derzeit noch zur Verfügung. Die Uniklinik habe beim Sozialministerium gefragt, ob sie damit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Angebot machen könne, die aus ihrer Sicht nicht dem erforderlichen „sehr hohen Expositionsrisiko“ ausgesetzt sind, aber einem hohen.

Hohe Impfbereitschaft unter beschäftigten der Uniklinik Frankfurt

Ein weiterer Fall großer Impfskepsis in der Belegschaft ist dem Innenministerium nicht bekannt. Die Frankfurter Universitätsklinik teilt mit: „Wir sehen unter den Beschäftigen bislang eine hohe Impfbereitschaft.“ Bei einem Blick über Hessen hinaus sieht es anders aus. In Köln blieben rund 5400 Dosen AstraZeneca übrig, weil Menschen das Mittel ablehnten und ihnen keine Alternative geboten wurde.

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) wies auf Anfrage der Frankfurter Rundschau auf die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit aller zur Verfügung stehenden Vakzine hin. „Die Zulassungsverfahren bieten Gewähr für die Qualität aller Impfstoffe.“ Alle drei Seren schützten davor, schwer zu erkranken. „Deshalb rate ich jeder und jedem: Lassen Sie sich impfen, sobald Sie dran sind.“ Speziell bei AstraZeneca deuteten aktuelle Studien darauf hin, dass die Wirksamkeit bisher sogar unterschätzt würde. (Jutta Pippegather)

Rubriklistenbild: © JOHN MACDOUGALL

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