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Die ehemalige Synagoge in Langen an der Dieburger Straße 23.

Pogromnacht in Langen

Arrestzelle zugänglich

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Die Stadt Langen bietet zur Pogromnacht eine Führung in den Rathauskeller. Die Arrestzelle soll Initialzündung sein für Augenzeugenberichte.

Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht will die Stadt Langen die Erinnerung sichtbar machen: Aus der ehemaligen Arrestzelle im Museum Altes Rathaus, Wilhelm-Leuschner-Platz 3, wird ein Gedenkraum. Der kleine, grau gekachelte Kellerraum, in dem im Dritten Reich politische Gegner der Nationalsozialisten gefoltert wurden, war bisher nicht zugänglich.

„Die Arrestzelle soll Initialzündung sein für Augenzeugenberichte“, sagte Uwe Sandvoß, Leiter des Fachdienstes Kulturelle Bildung. Es gebe sonst nur wenige Quellen. Fest steht aber, dass dort schon im März 1933, also fünfeinhalb Jahre vor der Pogromnacht, politische Gegner eingesperrt waren – gleich nachdem SA-Leute das Rathaus besetzt hatten. Der Raum mit den vergitterten Fenstern wird derzeit noch hergerichtet, bevor er am 10. November um 14 Uhr von Sandvoß und dem ehrenamtlichen Stadtarchivar Heribert Götte vorgestellt wird.

Einen Tag vorher gedenkt der Magistrat um 18 Uhr zusammen mit Schülern des Dreieich-Gymnasiums der Opfer der Pogromnacht, und zwar dort, wo einst die Synagoge stand. In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 wurde sie von den Nazis zerstört.

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