Kirche

Heidrun Dörken will Bischöfin werden

Die evangelische Pfarrerin und HR-Beauftragte strebt einen Wechsel von Frankfurt nach Berlin an. Auch zwei Männer bewerben sich um den Job.

Ihr Leben ist seit Jahrzehnten der Rundfunk. Die evangelische Pfarrerin Heidrun Dörken ist seit 2013 evangelische Senderbeauftragte für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Davor war sie ab 1996 Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Nun kandidiert die 56-jährige gebürtige Hamburgerin für das Bischofsamt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/ schlesische Oberlausitz. Neben der hessen-nassauischen Pfarrerin bewerben sich zwei Männer, der Direktor des Michaelisklosters Hildesheim und Kirchenmusiker Jochen Arnold und der Propst und bisherige Stellvertreter von Dröge, Christian Stäblein. Die Kandidaten wollen sich am Montag der Öffentlichkeit vorstellen, teilte die Landeskirche in Berlin mit. Die zehnjährige Amtszeit des amtierenden Bischofs Markus Dröge endet im November 2019, er ist dann 65 Jahre alt.

Heidrun Dörken ist in Frankfurt aufgewachsen. Eine Lehrerin, die in der Schule „von der Einen Welt und den Rechten aller Menschen“ gesprochen habe, habe sie stark geprägt, sagt sie. Später hat sie in Frankfurt, Heidelberg und Marburg Theologie studiert und das Vikariat in Birkenau im Odenwald absolviert. Von 1992 bis 1996 war sie Gemeindepfarrerin in Frankfurt-Bockenheim und Mitglied der hessen-nassauischen Kirchensynode.

Außerdem unterrichtet sie als Lehrbeauftragte der Universität Mainz „Journalismus für Theologen“. Von 1992 bis 1995 gehörte sie zu den Sprecherinnen beim „Wort zum Sonntag“ in der ARD. Kirche sei mehr als ein „Verein Gleichgesinnter“, schreibt die Theologin, die sich in ihrer Landeskirche auch für die Gleichstellung homosexueller Paare eingesetzt hat. Rundfunkarbeit biete die Chance, auch kirchenferne Menschen zu erreichen. Als Senderbeauftragte könne sie das Evangelium jede Woche an mehr als eine Million Hörerinnen und Hörer weitergeben.

Die Theologin hat auch die evangelische Pfarrerin Dorothea Gauland konfirmiert, die mit Engagement für Weltoffenheit ganz andere Wege geht als ihr Vater, der AfD-Chef Alexander Gauland.

Ihre „Konfirmanden-Pfarrerin“ habe sie bei der Berufswahl entscheidend beeinflusst, hat Dorothea Gauland einmal über Heidrun Dörken gesagt: Wäre „diese tolle Pfarrerin aus Frankfurt-Bockenheim“ nicht gewesen, wäre sie womöglich Reitlehrerin geworden.

„Ich mag schöne Kleider und lese gern Mode-Blogs“, gibt Heidrun Dörken über ihre privaten Interessen preis: „Ich lese gern Kochbücher. Manchmal koche ich auch.“ Und sie liebe die Paläoanthropologie und verpasse keine Ausstellung über die Geschichte des Menschen.

Die Theologin ist mit dem Chef vom Dienst und Beauftragten für Social Media, Funk und RTL im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Thomas Dörken-Kucharz, verheiratet. Sie hat einen Sohn.   (epd)

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