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In Modulbauweise wurden am Dienstag auf dem Parkplatz des Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrums Büros in Containern übereinander gestapelt.

Dietzenbach

Mehr Personal und mehr Platz

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach stockt coronabedingt auf. Auf dem Gelände in Dietzenbach entsteht ein Containerbau für 40 Beschäftigte.

Corona hat das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach gezwungen aufzustocken und anzubauen. Im Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum des Kreises in Dietzenbach gibt es aktuell weder genügend Personal noch genügend Platz, um die vielen Aufgaben zu stemmen, die die Pandemie mit sich bringt. Der Kreis behilft sich deshalb nun mit einem Containerbau mit Erd- und Obergeschoss, der am Dienstag auf dem Mitarbeiterparkplatz im Hof aufgestellt wurde. In der kommenden Woche zieht dort die „Corona-Abteilung“ ein.

Rund 80 Kreisbürger waren am Dienstag mit dem Coronavirus infiziert und mussten vom Gesundheitsamt überwacht werden, dazu noch rund 420 Personen, die engen Kontakt mit den Infizierten hatten. Eine Aufgabe, die mit der bisherigen Personalstärke nicht zu stemmen ist. „Normalerweise arbeiten wir mit sieben Leuten den Infektionsbereich ab“, sagte Gregor Fanroth, stellvertretender Leiter Gefahrenabwehr und Gesundheit. Es gebe 50 zu meldende Infektionskrankheiten; für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zählten Grippe, Norovirus, Läuse, Scharlach, Masern, Meningitis, Malaria und Tropenkrankheiten bisher zum „Standardprogramm“. Mit dem Corona-Ausbruch habe das „normale Tagesgeschäft“ jedoch gelitten. „Seit März können wir hier nur rudimentär arbeiten“, sagte Fanroth.

Um die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu meistern, erhöhte der Kreis Offenbach die Personalstärke des Gesundheitsamts und stellte zunächst befristet 40 Beschäftigte ein, die sich um die Sonderaufgabe Covid-19 kümmern. 26 von ihnen seien schon da und hätten bisher im ganzen Haus verteilt gearbeitet, so Fanroth. Die restlichen 14 Beschäftigten folgen Anfang Oktober und Anfang November.

Befristet 40 Leute eingestellt

Die Personalaufstockung war auch wegen Vorgaben des Bundes nötig: In den Gesundheitsämtern sollen pro 20 000 Einwohner fünf Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen an der Bewältigung der Pandemie arbeiten. Der Kreis Offenbach hat rund 356 000 Einwohner. Bei Bedarf rekrutiert der Kreis weiteres Personal aus seiner Verwaltung, die quasi gleich nebenan im Kreishaus arbeitet. Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, können so die Vorgaben erreicht werden. Die 40 neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts werden in den Containerbüros sitzen, die der Kreis für zwei Jahre anmietet. Die Kosten: 135 000 Euro netto.

Ein Kran hievte die zehn grauen Module am Dienstag doppelstöckig an ihren Platz im Hof des Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrums. Sie sind bereits mit Steckdosen und Heizungen ausgerüstet; in der nächsten Woche können die Computer angeschlossen werden. Das Gesundheitsamt vergrößert sich damit um rund 200 Quadratmeter.

„Täglich werden in unserem Gesundheitsamt rund 700 Aufgaben im Rahmen der Sonderaufgabe Covid-19 abgearbeitet“, sagte Landrat Oliver Quilling (CDU). Die 40 neuen Mitarbeiter müssen binnen Stunden die Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln und ihren Risikostatus bewerten. „Pro positivem Fall rechnen wir aktuell mit zehn Kontaktpersonen“, sagte Fanroth. Menschen, die sich in Quarantäne begeben müssen, sind täglich anzurufen, Reiserückkehrer sind zu erfassen, Hygienekonzepte zu erstellen, Abstriche zu machen, Schutzkleidung ist zu verteilen. Dazu kommen zeitintensive Beratungen.

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