Wirtschaft in Hessen

Arbeitsmarkt in Hessen verliert an Schwung

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Die schwächelnde Konjunktur trübt die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft sucht weniger Beschäftigte. Für Arbeitslose wird es schwieriger, einen Job zu finden.

Die Situation auf dem hessischen Arbeitsmarkt verschlechtert sich langsam. Zwar lag die Arbeitslosenquote im Oktober mit 4,3 Prozent so niedrig wie zuletzt im Oktober 1992. Doch die schwächelnde Konjunktur erschwert schon jetzt die Vermittlung Erwerbsloser. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist gestiegen, und die Chance, schnell wieder in Arbeit zu kommen, sinkt“, sagt Frank Martin, der Leiter der Regionaldirektion Hessen bei der Bundesagentur für Arbeit. Er weist darauf hin, dass die Unternehmen zuletzt weniger offene Stellen gemeldet haben.

Allerdings hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 2,66 Millionen Menschen im August einen neuen Höchststand erreicht. Noch liegen auch die Arbeitslosenquoten auf einem sehr niedrigen Niveau. In 15 von 26 hessischen Kreisen befinden sie sich unter vier Prozent. In Frankfurt lag die Quote im Oktober mit 4,9 Prozent knapp unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum September stieg die Arbeitslosigkeit in Frankfurt aber etwas an.

Trotz sinkender Schülerzahlen sind nach Zahlen der Arbeitsagentur zum Beginn des Ausbildungsjahres hessenweit weniger Lehrstellen als im Vorjahr unbesetzt geblieben. Die Betriebe hatten 37 278 Ausbildungsplätze gemeldet. Davon waren zum Stichtag 30. September 2613 noch nicht vermittelt. Das sind 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der neuen Auszubildenden wäre nach Angaben der Arbeitsagentur deutlich geringer, wenn nicht viele junge Menschen aus Asylherkunftsländern eine Lehrstelle antreten würden.

Der DGB sieht dennoch dringenden Nachholbedarf bei der Integration ausländischer Beschäftigter. Diese seien etwa überproportional häufig als Leiharbeiter beschäftigt. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände spricht sich für drei zentrale Ausländerbehörden in Hessen aus, um qualifizierte Zuwanderer nicht durch lange Wartezeiten und Bürokratie abzuschrecken.

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