Wirtschaft

Arbeitslosigkeit sinkt 2019 erneut

Trotz der Konjunkturschwäche ist die Zahl der Erwerbslosen in Hessen nochmals gefallen.

Der Arbeitslosigkeit in Hessen hat 2019 nach goldenen Jahren einen neuen Tiefstand erreicht. Die Zahl der Erwerbslosen fiel nochmals auf rund 149 800 Männer und Frauen im Jahresschnitt, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Frankfurt mit. Seit dem Krisenjahr 2009 nach der Finanzkrise sei die Arbeitslosigkeit damit um fast 30 Prozent gesunken - damals hatte es in Hessen 211 156 Arbeitslose gegeben.

„Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass der Arbeitsmarkt in einem hohen Maß für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung aufnahmefähig war“, sagte Almuth Schlosser, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen. Die Arbeitslosenzahlen für 2019 seien das beste Ergebnis der Dekade. „Vom konjunkturellen Aufschwung konnten ebenfalls Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen profitieren.“ Selbst die schwächelnde Konjunktur konnte den Abbau der Arbeitslosigkeit nicht aufhalten. Gemessen am Jahr 2018 (154 337 Erwerbslose) fanden unterm Strich 5000 Menschen einen Job.

Im Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen jedoch um 1,3 Prozent auf 146 700 gemessen am Vorjahreszeitraum. Vor allem Männer und Ausländer waren betroffen, so die Regionaldirektion. Die Arbeitslosenquote wuchs um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Das sei aber kein Grund zur Sorge, da es Saisoneffekte wie weniger Jobnachfrage im Handel gebe und die Arbeitskräftenachfrage hoch bleibe. Vor allem am Bau, in der Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen seien Fachkräfte gefragt. Im Dezember waren bei den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern rund 49 980 offene Stellen gemeldet (minus 8,5 Prozent).

Anstieg der Beschäftigtenzahlen erwartet

Mit dem langjährigen Boom liegt die Arbeitslosenquote bereits in 14 von 26 hessischen Landkreisen unter 4,0 Prozent. Spitzenreiter blieb 2019 der Landkreis Fulda mit 2,6 Prozent, die rote Laterne hält Offenbach (8,2 Prozent). Dazwischen liegt Frankfurt mit 5,0 Prozent.

Für das neue Jahr erwartet die Regionaldirektion Hessen einen weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahlen und einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Das ist nicht mehr die Dynamik wie in den Vorjahren, aber wir haben auch ein sehr hohes Niveau erreicht“, sagte der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, jüngst der dpa. Der Arbeitsmarkt bleibe stabil, mit der Digitalisierung werde Weiterbildung aber immer wichtiger. Aktuell erkundigten sich viele Firmen gerade aus der Industrie nach den Bedingungen für Kurzarbeit, sagte Martin. Vom Niveau in der Finanzkrise sei man weit entfernt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte, die Menschen müssten vor der Konjunktureintrübung geschützt werden. „Ob bei Buderus in Wetzlar, Continental in Babenhausen, bei der Commerzbank oder bei Condor in Frankfurt - die Schlagzeilen zu Standortschließungen und zum Abbau von Arbeitsplätzen reißen in den letzten Wochen nicht ab“, sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen. Er forderte einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände plädierte für eine bessere Fachkräftezuwanderung. Firmen fänden schwer Fachkräfte. Die Politik müsse den Prozess bei der Einwanderung von Fachkräften mit gebündelten Ausländerbehörden verbessern. „Zuwanderung in den Arbeitsmarkt schafft regelmäßig neue Arbeit und nimmt keine Arbeitsplätze weg“, sagte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. (dpa)

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