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Arbeitsmarkt in Hessen

Arbeitslosenzahlen in Hessen weiter gesunken

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Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist weiter gesunken. Die Aussichten für Menschen, die Arbeit suchen, sind gut. Experten rechnen auch 2019 mit sinkender Arbeitslosigkeit im Land.

Das Beschäftigungswachstum in Hessen wird sich nach Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im kommenden Jahr fortsetzen. Die Forscher rechnen damit, dass 2019 im Jahresschnitt mehr als 2,6 Millionen Menschen in Hessen einen sozialversicherungspflichtigen Job haben. Das wäre ein Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr und ein neuer Rekordwert. 

Das Wachstum schwäche sich allerdings etwas ab, wie der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, bei der Vorstellung der Zahlen sagte. Zwar verbessere sich die Auftragslage trotz politischer Unsicherheiten weiter. Hemmend wirke aber etwa die zunehmende Schwierigkeit von Unternehmen, besonders im ländlichen Raum, Fachkräfte zu finden. 

Schon jetzt sei die Wirtschaft in Hessen stark auf Zuwanderung angewiesen. Ein großer Teil der neuen Arbeitsplätze könne nicht mit inländischen Arbeitskräften besetzt werden. Zugewanderte würden den hier bereits Lebenden nicht die Arbeitsplätze wegnehmen. Sie würden vielmehr zu einem großen Teil Aufgaben übernehmen, die die Inländer nicht machen wollten, sagte Martin. 

Für die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main geht das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (Iwak) der Frankfurter Goethe-Universität nach einer schriftlichen Befragung von 900 Unternehmen von einem noch stärkeren Wachstum aus. Die Gesamtbeschäftigung im Gebiet, das von Rheinhessen bis Aschaffenburg, von Gießen bis zur Bergstraße reicht, werde bis Ende 2019 um 2,4 Prozent steigen, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,9 Prozent, sagte Institutsvorstand Alfons Schmid am Donnerstag. Und diese positive Entwicklung werde der Prognose nach auch im Jahr 2020 anhalten. 

Parallel zum erwarteten Beschäftigungswachstum wird die Arbeitslosigkeit nach Prognosen des Forschungsinstituts der Agentur für Arbeit im kommenden Jahr weiter deutlich sinken. Nach den von Martin präsentierten Zahlen rechnet sie im Jahresschnitt mit 142.400 Arbeitslosen in Hessen. Das wäre ein Rückgang um 7,5 Prozent. Dabei wird der Schätzung nach die Zahl der Langzeitarbeitslosen sogar überdurchschnittlich sinken. Auch diese Gruppe profitiere vom Wachstum, hieß es. Alfons Schmid vom Iwak wies allerdings auch darauf hin, dass sich in Deutschland gut fünf Millionen Menschen Arbeit oder mehr Arbeit wünschen. Dazu gehören außer Erwerbslosen auch Unterbeschäftigte, also etwa Menschen in arbeitspolitischen Maßnahmen, und eine „stille Reserve“ von Menschen, die grundsätzlich gerne arbeiten würde, aber nicht arbeitslos gemeldet ist. Dieses Potenzial müsse man besser nutzen, sagte Schmid. 

Auch die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände lobte am Donnerstag zwar das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz, warb aber dafür, auch die inländischen Potenziale zu heben, also etwa mehr Frauen, Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit zu bringen oder zu halten. 

Der DGB Hessen-Thüringen forderte die Arbeitgeber in Hessen auf, ihre Anstrengungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung zu intensivieren. Auch Martin nannte es am Donnerstag wichtig, die Aus- und Weiterbildung noch mehr zu etablieren. 

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