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Gedenken an Halit Yozgat

Halit Yozgat

Arastirma Komisyonu 19/2

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Der hessische  Landtag legt die Ergebnisse des NSU-Untersuchungsausschusses auf Türkisch vor.

Erstmals hat der hessische Landtag ein umfangreiches Dokument in türkischer Sprache veröffentlicht. Der Bericht des NSU-Untersuchungsausschusses, der sich mit der Ermordung des Internetcafé-Betreibers Halit Yozgat durch die rechtsextreme Terrorgruppe NSU befasst hat, steht unter dem Titel „Arastirma Komisyonu 19/2“ auf Türkisch bereit.

Auch die abweichenden Berichte von SPD, Linken und FDP liegen auf Türkisch vor. Beide Texte können von der Internetseite des hessischen Landtags heruntergeladen werden. Der Mehrheitsbericht umfasst auf Türkisch 786 Seiten, die Minderheitenvoten weitere 446 Seiten.

Der Untersuchungsausschuss war 2014 eingesetzt worden und hatte mehr als vier Jahre lang versucht, das Handeln der Behörden zu durchleuchten. Dabei ging es nicht zuletzt um die Rolle des hessischen Verfassungsschützers Andreas Temme, der am Tattag im April 2006 am Tatort in Kassel gewesen war. Der Untersuchungsausschuss hatte auch die nordhessische Neonaziszene erforscht. Dabei war der Name von Stephan E. gefallen, der mittlerweile unter Verdacht steht, am 2. Juni 2019 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermordet zu haben.

Die Eltern des Mordopfers, Ayse und Ismail Yozgat, hatten im NSU-Untersuchungsausschuss in ihrer Muttersprache ausgesagt. Der CDU-Abgeordnete Ismail Tipi hatte damals im Namen des Landtags auf Türkisch bei ihnen um Entschuldigung gebeten.

Die Linke hatte die Übersetzung der Berichte beantragt, da der NSU-Mordserie vor allem Menschen mit türkischen Wurzeln zum Opfer gefallen waren. Die anderen Fraktionen hatten der Anregung zugestimmt. „Hessen ist damit das einzige Bundesland, in dem der komplette Abschlussbericht auch in die türkische Sprache übersetzt wurde“, sagte der Linken-Abgeordnete Hermann Schaus.

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