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Ein Zug steht hinter einem neuen Fahrkartenautomat des Rhein-Main-Verkehrsverbundes(RMV).

Verkehrsverbund

RMV soll Daten offenlegen

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Unabhängige in der Regionalverbandskammer wollen Google und Apple den Zugriff auf die Daten des RMV ermöglichen, scheitern jedoch.

Die Unabhängige Gruppe im Regionalverband ist am Mittwoch mit ihrem Antrag gescheitert, mit dem sie eine bessere Fahrgastinformation erreichen wollte. Ihrer Meinung nach müsste der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seine Daten offenlegen, damit Google und Apple sie nutzen können. Doch dazu, sagt der Gruppenvorsitzende und Steinbacher Bürgermeister Stefan Naas (FDP), sei dieser nicht bereit. „Enttäuschende Fortschrittsfeindlichkeit“ wirft er CDU, SPD und Grünen vor, die den Antrag der Unabhängigen ablehnten, des Sammelbeckens für Freidemokraten, Freie Wähler und Parteilose in der Verbandskammer des Regionalverbands Frankfurt RheinMain.

Die hatte beantragt, einen Arbeitskreis „Offene Daten im Nahverkehr“ einzuberufen. Dieser solle „Chancen und Risiken einer flächendeckenden Offenlegung der Haltestellen-, Fahrplan- und Echtzeitdaten des öffentlichen Personennahverkehrs ausloten“. Andere Verkehrsverbünde, etwa der Berliner, seien da wesentlich weiter, sagt Naas. Der lege seine Daten offen, so dass Fahrten im Nahverkehr bequem und flott per Google-Maps oder Apple-Karten geplant werden könnten. Vielen Touristen, etwa aus China, sei damit geholfen. Denn aktuell gebe es die RMV-App nur auf Deutsch und Englisch, die Fahrplanabfrage noch zusätzlich auf Arabisch.

Fahrgast kann reagieren

Speziell geht es den Antragstellern um die Fahrplan- und die sogenannten Echtzeitdaten. Das sind jene, die Auskunft darüber geben, wo sich die Bahn oder der Bus aktuell befinden. Das ermöglicht dem Fahrgast, seine Route zu ändern, etwa wenn der Frankfurter Citytunnel mal wieder wegen Personen am Gleis gesperrt ist. Aber auch Intermodalität könne dadurch vereinfacht werden, sagt Naas, die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel. Er wirft dem RMV eigenmächtiges Handeln vor: „Er schützt die Daten der Kunden, fragt sie aber nicht, ob sie das wollen.“

Dass Google eine Datenkrake ist, räumt der Gruppenvorsitzende ein. „Die sammeln Daten von Personen, um Werbung zu schicken.“ Apple hingegen verfolge ein Geschäftsmodell, das dem Datenschutz breiten Raum gebe. Schlussendlich müsse jeder Bürger für sich entscheiden können, was er von sich preisgebe. „Der RMV kann das nicht für alle tun.“

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