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In der Frankfurter Schiller-Apotheke warten Ältere auf Masken.
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In der Frankfurter Schiller-Apotheke warten Ältere auf Masken.

Schutz

Apotheken greifen auf ihre Masken-Vorräte zurück

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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  • Jutta Rippegather
    Jutta Rippegather
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Die Ausgabe von Gratis-Exemplaren für Risikogruppen hat begonnen.

Bernd Müller hatte es besonders eilig. Schon am Dienstag früh marschierte er in die Apotheke an der Frankfurter Galluswarte. „Die drei Masken wurden einfach in einem Tütchen über den Tresen geschoben, ich musste noch nicht mal einen Ausweis zeigen“, berichtet der 63-Jährige. Die Mitarbeiterin habe gesagt, es gebe eine große Nachfrage, doch dies sei kein Problem. „Sie hätten sowieso schon einen großen Vorrat gehabt, den sie jetzt verteilen könnten.“ In der Berger Straße bilden sich am Mittag dann Schlangen vor der Brock’sche Apotheke. „So viele Kunden hatten wir um diese Zeit noch nie“, sagt Verkäuferin Alexandra Sanden. Rund 600 Masken seien schon weg.

Am Dienstag hat deutschlandweit die Verteilaktion für FFP2-Masken begonnen. Sie sind sicherer als die Alltagsmasken aus Stoff, weil sie Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Luft filtern. Aber auch sie bieten keinen 100-prozentigen Schutz vor dem Coronavirus.

Insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro investiert der Bund in die Kampagne, die Risikogruppen besser schützen soll. Knapp eine Woche hatten die Apotheken Zeit, sich vorzubereiten. „Das hat uns relativ kalt erwischt“, sagt Jürgen Schneider, Vorstandsvorsitzender des Hessischen Apothekerverbands. Seine Bitte: Nicht alle sollten sofort losrennen, um sich einzudecken.

Es sollte schnell gehen. Deshalb kommt die erste von insgesamt drei Verteilaktionen unbürokratisch daher: Um das Alter von 60 plus zu beweisen, reicht ein Ausweis. Chronisch Kranke brauchen keinen Beleg vom Arzt, müssen ihren Anspruch lediglich „nachvollziehbar darlegen“. Wer nicht persönlich kommt, schickt jemanden mit einer Vollmacht.

So steht es in der Verordnung, die der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst am Dienstagmittag erlassen hat und die rückwirkend am Vormittag in Kraft trete, sagt Schneider. Ein weiterer Beleg dafür, wie die Aktion in Berlin mit heißer Nadel gestrickt wurde. Und ein Vorgehen, das die Gefahr des Missbrauchs in Kauf nimmt. Es ist nicht auszuschließen, dass jemand von Apotheken zu Apotheke pilgert und dann Masken hortet. „Es gibt keine Kontrolle“, räumt Schneider ein. „Wir können nur an die Vernunft appellieren.“ Befriedigend sei die Situation nicht. „Man hätte die ganze Aktion von der Logistik her auch anders organisieren können.“

Am 6. Januar wird es formaler. Dann gibt es die Gratismasken nur gegen Bezugsscheine, die die privaten oder gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern zuschicken. Zwei Mal sechs Exemplare: Die erste Marge für die Zeit bis zum 28. Februar, die zweite bis zum 15. April.

Bundesweit rund 27 Millionen Menschen seien anspruchsberechtigt, davon etwa zwei Millionen in Hessen, schätzt Schneider. Wie die Apotheke an der Frankfurter Galluswarte hätten auch viele andere in Hessen aktuell noch Vorräte, auf die sie zurückgreifen könnten.

Wie schnell der Nachschub danach rollt, hänge von den Herstellern und Lieferanten ab. „Wir hätten uns eine deutlich bessere Planung und Vorlaufzeit gewünscht“, sagt der Vorstandvorsitzende des hessischen Apothekerverbands. So seien die Kolleg:innen einfach ins kalte Wasser geworfen worden. Bleibe nur zu hoffen, dass nicht jeder Berechtigte gleich in den ersten Tagen seine Ration abhole: „Auf einen Schlag ist das nicht zu bedienen.“

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