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Anziehungspunkt Flughafen

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Von: Pitt von Bebenburg

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Der Frankfurter Flughafen lockt auch viele Unternehmen an. (Archivbild)
Der Frankfurter Flughafen lockt auch viele Unternehmen an. (Archivbild) © Christoph Boeckheler

Ausländische Unternehmen siedeln sich gerne in Hessen an. Grund dafür ist der Frankfurter Flughafen und die anderen guten Verkehrsverbindungen. Wirtschaftsminister Al-Wazir will den Kontakt nach Asien stärken.

Der Flughafen und die anderen guten Verkehrsverbindungen sind der wichtigste Grund für ausländische Unternehmen, sich in Hessen anzusiedeln. Das hat eine Umfrage der Meinungsforscher von TNS Emnid ergeben, die Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden vorstellte. Danach spielte auch die Lebensqualität in der Region für die Entscheidung der Firmenverantwortlichen eine wichtige Rolle.

Der Minister sagte, es sei für ihn „nichts Neues, dass der Flughafen wichtig ist“. Das habe bereits 2013 im Wahlprogramm seiner Partei gestanden. Er wolle die „ökonomische Entwicklungsfähigkeit“ des Airports sichern, aber zugleich dafür sorgen, dass die Lebensqualität nicht zu stark darunter leide. Al-Wazir und der Chef der hessischen Wirtschaftsförderung, Rainer Waldschmidt, berichteten, dass sich immer mehr ausländische Firmen dazu entschieden, eine Niederlassung in Hessen einzurichten. Im vergangenen Jahr habe es mit 156 Neuansiedlungen oder Erweiterungen einen Höchststand gegeben. Schon in den vorigen Jahren habe man jeweils Rekordwerte erreicht. Zwei Drittel der Firmen suchten sich einen Standort im Rhein-Main-Gebiet, das andere Drittel in anderen Teilen Hessens.

Interesse aus USA und China

Unzufrieden zeigten sich die von den Meinungsforschern befragten 150 Unternehmen mit der Steuerlast und den Lohnkosten in Hessen. Diese Faktoren spielten für ihre Standortentscheidung aber auch kaum eine Rolle, gaben sie an. Waldschmidt kommentierte diese Aussagen mit den Worten: „Die, die nach dem Preis gehen, kommen nicht hierher.“ So zahle Hessen auch keine Ansiedlungsprämien. „Wenn man Unternehmen Geld geben soll, damit sie sich hier ansiedeln, läuft etwas falsch“, stellte er fest.

Die meisten Unternehmen kamen aus den USA und China. Al-Wazir sagte, dass Hessen dabei sei, auch zum Zentrum indischer Firmen in der Bundesrepublik zu werden. So habe der indische Industrieverband seine Deutschland-Repräsentanz in Frankfurt eingerichtet. Das sei ein „Ergebnis aktiver Wirtschaftspolitik“. Er bemühe sich darum, den Standort Frankfurt und Hessen in Indien ebenso wie in Fernost zu bewerben.

Die früheren FDP-Wirtschaftsminister Dieter Posch und Florian Rentsch hatten sich stärker darum bemüht, Wirtschaftskontakte nach Brasilien und Russland zu knüpfen. Davon sei man abgekommen, sagte Al-Wazir. Trotz zahlreicher Delegationsreisen nach Brasilien über mehrere Jahre hinweg sei „nichts Zählbares draus geworden“.

Im September will Al-Wazir mit Wirtschaftsvertretern in den Iran reisen. Nach dem Atomabkommen und dem Ende der langjährigen Sanktionen gegen das Regime in Teheran wolle man ausloten, inwieweit frühere Kontakte wiederbelebt und neue geknüpft werden könnten, sagte der Wirtschaftsminister.

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