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Spielplatz-Kataster für Dietzenbach 

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Auf Beschluss der Stadtverordneten wird ein Spielplatz-Kataster erstellt. Dabei sollen auch die nötigen Investitionen erfasst werden.

Eine junge Stadt sei Dietzenbach, das wird gern im Rathaus betont. Schließlich sind in den vergangenen Jahren gerade junge Familien in die Stadt gezogen. Für deren Kinder müssen aber nicht nur Kitas und Schulen gebaut werden, auch geeignete Spiel- und Sportmöglichkeiten werden benötigt. Da wundert es nicht, dass die Anwohner der Barbarossastraße im Ortsteil Steinberg gegen die geplante Schließung ihres kleinen Spielplatzes durch die Städtischen Betriebe protestierten.

Am Freitag haben die Stadtverordneten einstimmig einem Antrag von FDP, DL/FW-UDS und Linken zugestimmt, dass der Spielplatz erhalten werden soll. Außerdem soll die Stadt ein Kataster über die öffentlichen Spielflächen samt Ausstattung und nötigen Investitionen zur Instandhaltung erstellen.

Ermöglicht wurde der Erhalt des ohne Vorankündigung gesperrten Spielplatzes durch ein Angebot der Anwohner der Barbarossastraße, dort selbst für Sauberkeit sorgen zu wollen: Sie werden den Müll wegräumen sowie Rasen und Hecken schneiden. Die Stadt spart damit rund 1500 Euro für Reinigungskosten und weitere 1200 Euro für Mäharbeiten und Heckenschnitt. Die jährlichen Instandhaltungs- und Überprüfungskosten können somit von 6805 Euro auf 4305 Euro reduziert werden.

„Toll, dass es dieses Bürgerengagement gibt“, sagte Jens Hinrichsen (DL-FW/UDS). Damit künftig nicht wieder Spielplätze gesperrt werden, plädierte er für ein Spielplatz-Kataster. „Wir müssen für die Zukunft wissen, welche Spielplätze bestehen bleiben sollen“, sagte er. Bereits 2010 hätten sich die Stadtverordneten für ein Kataster ausgesprochen, doch geschehen sei nichts. Erhalt oder Schließung von Spielplätzen seien politische Entscheidungen und müssten in der Stadtverordnetenversammlung gefällt werden, betonte Sven Hartmann (FDP).

Plätze für Hobbykicker

Um Spielflächen drehte es sich auch in der Bürgerfragestunde: Bereits im Dezember hatte der Imran Khan bei den Stadtverordneten um Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche geworben, auf den städtischen Sportplätzen Fußball spielen zu dürfen. „In den Soccercages mit den Betonfundamenten ist die Verletzungsgefahr hoch“, sagte er damals.

Der Rat von Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) im Dezember, sich einem Fußballverein anzuschließen, sei jedoch zu kurz gegriffen. „Bei den Fußballvereinen wird ja auf einem bestimmten Leistungsniveau gespielt, da kann nicht einfach jeder, der will, mitspielen“, sagte Khan am Freitag und fragte nach Möglichkeiten für Hobbykicker auf den städtischen Rasenspielplätzen.

„Wir kämpfen im Waldstadion seit 20 Jahren gegen illegales Betreten“, sagte Rogg. Mit Drahtschneidern würde immer wieder der Zaun in Richtung Europahaus zerstört. Daher sei auch der neue Kunstrasenplatz mit einem weiteren Zaun gesichert und stünde nur etablierten Vereinen zur Verfügung. „Den werden wir auch hüten wie unseren Augapfel“, sagte der Bürgermeister. Möglichkeiten für weitere öffentliche Sportplätze gebe es in Dietzenbach nicht.

Allerdings versprachen er und Bauausschussvorsitzender Harald Nalbach (WIR-BfD), dass bei einer bald anstehenden Prüfung aller Sportflächen man den Kontakt zu den Jugendlichen suchen werde, um eine Lösung zu finden.

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