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Mit solchen Graffitis demonstrierten Feministinnen in Frankfurt gegen christliche Abtreibungsgegner.

Kundgebungen für Kristina Hänel

"Anti-Abtreibungsparagrafen abschaffen"

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In Gießen wird am Freitag für Kristina Hänel demonstriert. In Frankfurt wird es ebenfalls eine Demo geben, weil es nicht alle Interessierten schaffen werden, nach Gießen zu fahren.

Der Fall Kristina Hänel bewegt die Gemüter. In Gießen und Frankfurt wollen sich am Freitag, wenn die Ärztin vor dem Gießener Amtsgericht auf der Anklagebank sitzt, Menschen zu Kundgebungen versammeln, um sich mit Hänel solidarisch zu zeigen und für ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch einzutreten.

Unter dem Motto „Anti-Abtreibungsparagrafen abschaffen“ rufen das queer-feministische Frauenreferat des AStA der Uni Gießen und das Gießener Bündnis „Rassismus tötet“ ab 8.30 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Amtsgericht Gießen an der Ostanlage auf. Der Fall Hänel zeige, „dass Gesetzgeber und Exekutive ungerechtfertigter Weise beanspruchen, Macht und Kontrolle über weibliche Körper auszuüben“, heißt es im Aufruf zu der Versammlung. Der Staat gestehe Frauen nicht zu, „selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind gebären möchten oder nicht“. Die Organisatoren fordern die Streichung der Strafrechtsparagrafen 218 und 219a und einen Freispruch für Kristina Hänel.

Weil es nicht alle Interessierten schaffen werden, nach Gießen zu fahren, ruft ein neu gegründetes „Bündnis für körperliche Selbstbestimmung“ ab 17 Uhr zu einer ähnlichen Kundgebung in der Palmengartenstraße 14 in Frankfurt auf. Dort befindet sich die Beratungsstelle von „Pro Familia“, vor der in den vergangenen Monaten immer wieder christlich-konservative Abtreibungsgegner demonstrierten.

Auch in Frankfurt ist die zentrale Forderung – neben der Unterstützung für Kristina Hänel – die nach Streichung der Paragrafen 218 und 219a im Strafgesetzbuch. „Schwangeren muss es erlaubt sein, selbst zu entscheiden, was mit ihrem Körper passiert“, sagte Martina Wronka, die Sprecherin der Organisatoren. „Sie müssen sich außerdem frei informieren können, wer diesen Eingriff vornehmen kann, und eine eigene Arztwahl treffen können.“ Die Proteste von Abtreibungsgegnern zeigten, dass das Selbstbestimmungsrecht von Frauen auch aktuell „immer wieder massiv infrage gestellt wird“.

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