DVB-T2 HD heißt die Zukunft und soll beste Qualität bieten. Wer nicht aufrüstet, hat das Nachsehen.
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DVB-T2 HD heißt die Zukunft und soll beste Qualität bieten. Wer nicht aufrüstet, hat das Nachsehen.

DVB-T2

Antennen-Fernsehen wird teurer, aber besser

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Ende März wird der alte Übertragungsstandard in Hessen umgestellt ? mit großen Folgen.

Am 29. März ist Schluss mit lustig! Zumindest für die Nutzer von Antennen-Fernsehen in Hessen. Von diesem Tag an wird der aktuelle DVB-T-Standard auf das neue DVB-T2 HD umgestellt. Wer dann nicht auf einen schwarzen Bildschirm schauen möchte, sollte sich mit der richtigen Empfangstechnik ausrüsten. Außerdem sind die privaten Sender danach nicht mehr kostenfrei per Antenne abrufbar.

Notwendig wurde die Umstellung durch die sogenannte Digitale Dividende II. Der Bund hat dabei das Frequenzspektrum für DVB-T reduziert und an die Mobilfunk-anbieter versteigert – und die geringere Anzahl an Frequenzen erfodert einen neuen Übertragungsstandard. DVB-T2 wird in Deutschland erstmals mit einer leistungsstärkeren Bildverschlüsselung (HEVC) kombiniert und heißt dann DVB-T2 HD; das Kürzel HD steht für die hochauflösende Qualität der Fernsehprogramme, der Zuschauer erhält also ein deutlich schärferes Bild. Bei den öffentlich-rechtlichen Programmen wird die Umstellung nicht mit zusätzlichen Gebühren verbunden sein. Die Kosten für die Verbreitung werden aus dem Rundfunkbeitrag gedeckt.

Anders sieht es bei den Privatsendern aus. Die HD-Varianten werden nur noch gegen Aufpreis zu sehen sein. Die SD-Angebote, also die Standard-Version ohne schärferes Bild, wird es per Antenne generell nicht mehr geben. Den Vertrieb der privaten Programme hat die Plattform freenet TV übernommen, das Paket kostet 69 Euro jährlich. Außerdem müssen sich alle Antennennutzer nun auch neue technische Geräte zulegen.

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, noch zu warten“, sagt Veit Olischläger vom Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland. Die momentan verfügbaren TV-Geräte mit integriertem Empfangsteil sowie die Set-Top-Boxen (Receiver) könnten sowohl DVB-T als auch DVB-T2 empfangen und somit sofort angeschlossen und benutzt werden. Bei den Preisen lägen die freenet-TV-tauglichen Boxen zwischen 60 und 150 Euro, führt der Experte aus.

Receiver, die fähig sind, auch die privaten HD-Programme zu empfangen, erkenne der Kunde an dem freenet-TV-Logo. Für DVB-T2-HD-fähige TV-Geräte ist für den Empfang der privaten Programme das freenet-TV-Entschlüsselungsmodul (CI+ Modul) erforderlich, das es ebenfalls zu kaufen gibt (zirka 80 Euro).

Frankfurt war übrigens bereits bei der ersten Welle der Umstellung im Mai 2016 dabei. Antennenbesitzer empfangen, neben zwei öffentlich-rechtlichen schon jetzt vier private Sender kostenfrei in HD – wenn sie über DVB-T2-HD-Geräte verfügen. Mit der Umstellung Ende März werden 40 Sender zur Verfügung stehen. „In Darmstadt kommt dann ein neuer Sender hinzu, das bedeutet, dass sich der Empfang in Südhessen deutlich verbessern wird“, erklärt Olischläger. Auch die Qualität des neuen Antennen-HD lobt der Fachmann: „Sie schlägt die bekannte Auflösung bei Kabel, Satellit oder IPTV.“

Allerdings relativiert Olischläger, was die Verbreitung angeht: Nicht überall in Hessen seien die privaten Sender empfangbar. „Rund um Würzberg oder Rimberg beispielsweise werden nur die Öffentlich-Rechtlichen per Antenne zu sehen sein.“ Für den privaten Rundfunk lohnten sich diese Gebiete nicht.

Neben dem besten HD aller Verbreitungswege habe das Antennenfernsehen auch weiterhin den Vorteil, dass durch den ungebundenen Empfang auch das Schauen im Garten oder unterwegs möglich sei. „Es gibt zum Beispiel USB-Sticks für den Computer oder Laptop, mit denen das Fernsehen auch an diesen Geräten möglich ist“, erklärt Olischläger. Bei kleinen Fernsehern für unterwegs seien die Anbieter zwar noch etwas zurückhaltend, allerdings rechnet er damit, dass hier bald weitere Geräte hinzukommen.

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