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Anne Thomas gelingt Überraschung

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Michael Merle, Natalie Pawlik, Vincent El Haidag, Anne Thomas, Stephanie Becker-Bösch, Rouven Kötter und Lisa Gnadl (v.r.). red © Red

Wetterau - Nicht die gestandene, hauptamtliche Kreispolitikerin wird für die Wetterauer SPD bei der Landtagswahl antreten, sondern eine junge Kommunalpolitikerin aus Butzbach: Die 36-jährige Anne Thomas ist die Direktkandidatin im Wahlkreis 27 (Wetterau III).

Sie gewann die geheime Abstimmung deutlich gegen die derzeitige Erste Kreisbeigeordnete im Wetteraukreis, Stephanie Becker-Bösch (ebenfalls Butzbach). Etwa drei Viertel der Delegierten konnte Thomas hinter sich versammeln. Bei der geheimen Wahl bekam sie von den 48 stimmberechtigten Delegierten am vergangenen Samstag in der Wölfersheimer Wetterauhalle 35 Jastimmen, teilt die SPD mit.

Der Wahlkreis umfasst die Städte und Gemeinden Bad Nauheim, Butzbach, Echzell, Münzenberg, Ober-Mörlen, Reichelsheim, Florstadt (neu), Rockenberg und Wölfersheim. Anne Thomas, die seit 14 Jahren in Butzbach lebt, ist seit der letzten Kommunalwahl sowohl Stadtverordnete als auch Ortsvorsteherin in Butzbach. 2021 war sie zur Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins gewählt worden. Geboren wurde sie in Thüringen. Nach dem Abitur schloss sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau ab. Beruflich leitet sie seit Anfang des Jahres das Wahlkreisbüro der SPD-Bundestagsabgeordneten Natalie Pawlik. Zuvor war sie unter anderem lange Jahre bei einer großen Unternehmensberatung in Frankfurt tätig. Ferner ist sie Mitglied im Lions Club Butzbach.

DER ERSATZKANDIDAT

Mit über 90 Prozent der Delegiertenstimmen wurde Vincent El Haidag zum Ersatzkandidaten wurde gewählt. Der Co-Vorsitzende der SPD Bad Nauheim setzt sich für bezahlbares und angemessenes Wohnen ein. Wichtig sei kostenloser und gut ausgebauter Nahverkehr. „Das 9-Euro-Ticket war für mich ein schöner Blick in die Zukunft“, sagte er in seiner Bewerbungsrede. El Haidag (32) ist in Chemnitz aufgewachsen, lebt seit 2019 in Bad Nauheim. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. hed

In ihrer Bewerbungsrede machte Anne Thomas deutlich, wie wichtig es ihr sei, dass die berufliche und akademische Bildung gleichwertig sein müssen. „Ich habe mich bewusst für eine Ausbildung und somit gegen die akademische Laufbahn entschieden.“ Die Berufsschulen müssten als Leuchttürme in der Bildungslandschaft weiterentwickelt werden; nur so könne die Gesellschaft dem Wandel der Arbeitswelt begegnen und dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Ihre persönliche Erfahrung aus Ausbildung und Beruf wolle sie in den Landtag einbringen, sagte die SPD-Kandidatin. Daneben habe die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden für sie große Bedeutung. Gerade in der Kommunalpolitik erlebe sie immer wieder, wie die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land von der schwarz-grünen Landesregierung ignoriert werde. „Mobilität ist dabei mehr als eine Frage des Ortswechsels oder der Art der Fortbewegung. Sie ist Voraussetzung für aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Thomas will stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren und Radwege zügig weiter ausbauen. red/hed

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