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Eine Krankenschwester steckt im Krankenhaus in Sion eine Probe mit einem Nasenabstrich eines Patienten, der auf das neuartige Coronavirus getestet wird, in einen Behälter.

Zentralen

Anlaufstellen für Corona-Tests in Hessen

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Hessen richtet Zentralen für Verdachtsfälle ein. Sie sollen Hausärzte und Kliniken entlasten.

Hessen richtet zentrale Sars-CoV-2-Untersuchungsstellen ein. Dort können sich Patienten testen lassen, die ein Arzt als begründeten Verdachtsfall einstuft. Das Sozialministerium verzeichnete am Freitag 17 bestätigte Infektionen (Stand: 14 Uhr). Neu hinzugekommen an jenem Tag: je eine weitere Infektion im Landkreis Gießen und im Hochtaunuskreis.

Die zentralen Untersuchungsstellen sollen die Hausarztpraxen entlasten und zu einem sparsamen Umgang mit den begrenzten Ressourcen führen, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Angesichts der epidemischen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zögen alle Akteure des Gesundheitswesens an einem Strang und schafften eine schnell umsetzbare Lösung. „Das ist ein starkes Signal.“

Montag, 9. März, will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die erste Zentrale mit geschultem Personal in Betrieb nehmen. Von Dienstag an sei das Angebot flächendeckend - an einer noch offenen Zahl von Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD). Dies werde eine effiziente Versorgung gewährleisten, hieß es. Ein ähnliches Konzept verfolgt Niedersachsen.

Damit ist eine Lösung für jene niedergelassenen Ärzte gefunden, die sich von den Anforderungen überfordert fühlen. Ihnen fehlt es an Schutzanzügen, an Know-how, Informationen, separaten Räumen, um Verdachtsfälle zu separieren. Es ist aber auch ein Fortschritt für die Kliniken und Bürger. Die wissen jetzt, wo sie sich hinwenden können, wenn sie die Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) erfüllen: akute Erkrankung der Atemwege, Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder Aufenthalt in einem der Risikogebiete. Solche Personen werden nach einer ersten telefonischen Einschätzung durch ihren Hausarzt, das zuständige Gesundheitsamt oder durch die zentrale Rufnummer 116 117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes den Untersuchungsstellen zugewiesen. „Es ist wichtig, dass wir die Arztpraxen so weit wie möglich von Tests entlasten“, sagten die Vorstandsvorsitzenden der (KV) Hessen, Frank Dastych und Eckhard Starke, und stellten klar: „Massentests ohne Indikation sind medizinisch nicht sinnvoll und die Zentren dafür auch nicht ausgerichtet.“

Im Sinne einer einheitlichen und sicheren Patientenversorgung sei dies der richtige Schritt, sagte der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski. „Dies ermöglicht zudem eine effektivere Testung bei ressourcenschonendem Umgang mit knapper Schutzkleidung.“

Auch die an der Vereinbarung ebenfalls beteiligten Klinikvertreter begrüßen die Lösung: In der aktuellen Situation sei es richtig, Personen mit Symptomen und Verdacht auf eine Corona-Infektion möglichst außerhalb der Krankenhäuser zu diagnostizieren und leichte Fälle auch ambulant zu behandeln, sagte der geschäftsführende Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Steffen Gramminger. „Wir brauchen unsere Krankenhäuser für eventuell aufkommende schwere Verläufe der Virusinfektion.“

Alle Patienten, die von einem Arzt nach den RKI-Kriterien als Verdachtsfälle eingestuft werden, werden in den neuen Untersuchungsstellen abgestrichen. Gemäß Infektionsschutzgesetz werden sie dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Die Proben werden in einem Labor auf Sars-CoV-2 untersucht. Den getesteten Personen wird bei ihrem Besuch in der Untersuchungsstelle mitgeteilt, wie sie sich entsprechend den Kriterien des RKI weiter verhalten sollen.

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