Justiz

Anklage fordert lebenslang

Eltern sollen ihre Kinder getötet und anschließend ein Feuer gelegt haben. 

Nach dem gewaltsamen Tod zweier Kinder im südhessischen Mörlenbach sollen der Vater und die Mutter nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe erhalten. Die Anklage forderte am Freitag vor dem Darmstädter Landgericht die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld wegen Mordes und Brandstiftung. Die Eltern hätten die beiden 13 und 10 Jahre alten Kinder am frühen Morgen des 31. August 2018 erschlagen und erstochen sowie Feuer in den Kinderzimmern gelegt. Der Verteidiger der 46 Jahre alten Mutter plädierte dagegen auf Freispruch für seine Mandantin.

Oberstaatsanwalt Klaus Tietze-Kattge stützte seine Forderung auf die erste Vernehmung des Angeklagten, in der er erklärt hatte, dass er und seine Frau die Kinder getötet hätten. Er sprach von Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen. Die Eltern sind Zahnärzte in einem Insolvenzverfahren. Ihre Aussagen zeigten, dass sie sich vom Insolvenzverwalter zu Unrecht drangsaliert fühlten, sagte der Anklagevertreter. Ihr zwangsversteigertes Haus hätte die Familie am Morgen des 31. August räumen müssen. „Die Kinder mussten sterben, weil sich ihre Eltern als Opfer stilisieren wollten“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Verteidiger der Mutter sagte dagegen, der Vater habe die Kinder getötet, seine Mandantin sei von den Morden überrascht worden. Der Anwalt erinnerte an eine Aussage des Vaters, in der er erklärt hatte, er alleine habe die Taten begangen. Der Verteidiger des 59-jährigen Vaters will kommenden Montag plädieren. (dpa)

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