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Ein Wolf.

Naturschutz

Angst vor dem bösen Wolf

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Die CDU-Jugend will schärfere Gesetze gegen Wölfe - dabei lebt in Hessen kein einziges Exemplar.

Eine „Wolfsverordnung“ fordert die Junge Union (JU) Hessen von der Landesregierung. Es müsse geregelt sein, dass der Abschuss von „Problemwölfen“ als Ultima Ratio möglich ist. Die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere wachse stetig, warnt Anna-Maria Bischof, in der CDU-Jugendorganisation Referentin für Umwelt, Landwirtschaft und ländlichen Raum. „Diese Vorfälle und die damit verbundenen Sorgen der Bevölkerung müssen ernst genommen werden.“

Anlass für den Vorstoß ist die jüngst von der Dokumentationsstelle des Bundes veröffentlichte Schadensbilanz für das Jahr 2017. Demnach haben die Angriffe auf Nutztiere stark zugenommen. 472 waren es seinerzeit bundesweit Jahr. Was auch mit der gewachsenen Population zusammenhängt.

Dass der Bestand sich positiv entwickelt, sei erfreulich. „Allerdings ist festzustellen, dass auch die Angst vor dem Wolf innerhalb der Gesellschaft zunimmt“, sagt Bischof. Gerade auf dem Land sehe die Bevölkerung die Entwicklung mit Sorge. Die Tiere würden zu potenziellen Gefahren für Menschen und verursachten „massive“ Schäden an heimischen Nutztieren.

Kein Rudel in Hessen

Nun ist das Problem derzeit überschaubar, wie eine Anfrage beim Umweltministerium in Wiesbaden ergibt. „In Hessen sind zurzeit keine ortsfesten Wölfe bekannt“, teilt eine Sprecherin mit. Die Zahl der Tiere, die Hessen streifen, werde gerade einmal auf zwei bis drei geschätzt. Obwohl es demnach keine hessischen Rudel gibt, hat sich das Land bereits vor Jahren auf die mögliche Rückkehr des Canis lupus in die Heimat der Brüder Grimm vorbereitet.

Seit 2015 gibt es ein sogenanntes Wolfsmanagement, das das konfliktfreie Nebeneinander fördern soll. Dazu gehören eine Homepage mit Informationen über das Tier, Verhaltenstipps sowie Anlaufstellen vor Ort. Es gibt regelmäßig Gespräche mit Schafhalter, Jägern, Förstern, Waldbesitzern und dem ehrenamtlichen Naturschutz. Tierhalter erhalten zudem Beratung, Entschädigungen und Förderung, um ihre Herden besser zu schützen, sagt die Sprecherin. Die von der JU geforderte Verordnung halten die Experten im Ministerium für entbehrlich: Sollte von einem auffälligen Wolf tatsächlich mal eine Gefahr für Mensch und Tier ausgehen, erlaube das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung bereits jetzt „die Entnahme eines Wolfes“ – sprich den Todesschuss. Das Bundesnaturschutzgesetz greife wiederum bei der „Abwehr erheblicher wirtschaftlicher Schäden“.

Einen hessischen Alleingang halten die Experten schon deshalb für falsch, weil so ein Tier sich nicht an Landesgrenzen orientiert. Als Folge wurde eine Vier-Länder-Kooperation zwischen Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gegründet. Das Ziel: „Informationsaustausch und eine intensivere Zusammenarbeit beim Wolfsmanagement und beim Herdenschutz.“

https://umwelt.hessen.de

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