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Je weiter es von Frankfurt - hier der Hauptbahnhof - aus in die Außenbezirke geht, desto größer werden die Löcher im Netz des öffentlichen Nahverkehrs.

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ÖPNV in Hessen: Angebot muss stimmen

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Bei aller Euphorie ist darauf hinzuweisen, dass der Preis nur ein Kriterium dafür ist, auf Bus oder Bahn umzusteigen.

Eine hessenweit gültige Jahresfahrkarte für 365 Euro im Jahr: Das ist ein starkes Argument dafür, das Auto stehen zu lassen und den Zug oder den Bus zu nehmen. Allerdings nur, sofern einer fährt. Denn je weiter es von Frankfurt aus in die Außenbezirke geht, desto größer werden die Löcher im Netz des öffentlichen Nahverkehrs. Das gilt schon für gewisse Stadtteile und erst recht in der Region. Die S-Bahn hält nun mal nicht vor jeder Haustür.

Deshalb ist es wichtig, bei aller Euphorie darauf hinzuweisen, dass der Preis nur ein Kriterium dafür ist, auf Bus oder Bahn umzusteigen. Die Qualität muss stimmen, an erster Stelle die Zuverlässigkeit. Und das Angebot. Der Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds NVV, Steffen Müller, hatte zu Recht darauf hingewiesen. Dort wird schon länger mit Alternativen zum Linienbus experimentiert, der andernorts außerhalb der Schülerverkehrszeiten noch viel zu häufig nahezu leer durch die Gegend fährt – und spätestens um 20 Uhr dann im Depot verschwindet. Anrufsammeltaxen etwa sind speziell für Senioren eine gute Alternative.

Und wann kommt endlich das Superticket für alle? Eine Frage, auf die Tarek Al-Wazir am Montag die Antwort schuldig blieb. Und der Modellversuch von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kommt offenkundig nicht in die Puschen. Hessen hat die Hand gehoben. Auf Antwort wartet Wiesbaden bis heute.

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