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Das Wetter passte perfekt, um die Massen auf die Louisenstraße zu locken.

Bad Homburg

Andrang und Erntedank-Preise

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Menschenmassen wälzen sich am Sonntag durch die Einkaufsmeile und genießen das sonnige Wetter.

Die Mischung lockt Massen. Ein bisschen Wochenmarkt, ein Hauch Jahrmarkt, bunte Luftballon-Trauben wie bei der Kerb und beim Laternenfest, ein Prise Zirkus im Kleinformat mit wagemutigem Federvieh, Flohmarktstände hier und da, das Ganze garniert mit Hunderten Gelegenheiten zur Völlerei und ausreichend Trinkbarem allüberall am Wegesrand – fertig ist die Mixtur für ein Event, das an einem goldenen Oktobersonntag das Volk auf die Einkaufsmeile im Herzen der Kurstadt zieht. Der Erntedankmarkt am Sonntag war auch in diesem Jahr ein Ereignis, bei dem der meist auswärtige Markt die Ernte dankbar annimmt.

Die Einheimischen merken es sofort, ihr viele Jahre geliebter „Brezelbursch“ ist in neuer Mission unterwegs. Statt alleins, wie der Hesse sagt, im Team. Serviert zum Salzgebäck wird Süßer zum Champagnerluft-Preis, zwei Euro für ein Becherchen aus Plastik mit 200 Milliliter Inhalt. Aus dem Allgäu und aus Österreich kommen die Händler angereist, bieten Käse und Südtiroler Schüttelbrot, aus dem Spreewald im Berliner Hinterland kommt Bärlauch-Pesto, irgendwo aus dem Schwabenland edler Honig. Eine Insel im bunten Treiben die Männer der IG Kirdorfer Feld. Auch sie sagen Danke für die gute Apfelernte in diesem Jahr vor den Toren Bad Homburgs und lassen teilhaben. Am Häcksler und der Handpresse dürfen Kinder Hand anlegen und den goldbraunen Saft pressen.

Fast verdeckt und versteckt hinter dem Menschenstrom und den Markständen in Reih und Glied der Einzelhandel, dem der Erntedankmarkt traditionell auch gewidmet ist. Mit verkaufsoffenem Sonntag, um von der potenziellen Kundschaft zu profitieren, die an so einem Tag die Louisenstraße flutet. Mit „Erntedank-Preisen“ und anderen Sonderangeboten locken die Geschäfte, die Aktionsgemeinschaft Bad Homburg, die rund 250 Mitglieder vertritt, wird zufrieden auf diesen zurückblicken.

Beim ökumenischen Gottesdienst mit Gospelchor im Freien vor der Ladengalerie im Kurhaus hat man viele der Vorstandsmitglieder gesehen. „Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, unsere Stadt attraktiv zu gestalten, damit Sie sich wohlfühlen in der Einkaufsstadt Bad Homburg“, lautet das Credo des Einzelhandels. Kunden und Händler haben sich wohlgefühlt, nur die Geschäfte in den Seitenstraßen wirkten irgendwie abgehängt. Satt und zufrieden aber sind die meisten von dannen gezogen, als die Sonne sich am frühen Abend langsam zurückgezogen hat.

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