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Eine Photovoltaik-Anlage.

Großauheim-Kaserne

Riesige Solarstromanlage auf Kasernenareal

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Das geplante Photovoltaikprojekt in Großauheim zählt zu den größten in Hessen. Die Menge des erzeugten Stroms entspreche dem Jahresverbrauch von 3500 Haushalten.

Die Stadtwerke Hanau (SWH) und die Firma AHS-Solar werden in der Großauheim-Kaserne auf acht Hektar eine Photovoltaikanlage mit 24 000 Solarmodulen aufbauen, die eine Leistung von bis zu sieben Megawatt jährlich erreichen soll. Nach Angaben der Partner wird es sich hessenweit um eine der größten Anlagen dieser Art handeln; die Menge des erzeugten Stroms entspreche dem Jahresverbrauch von 3500 Haushalten. Im Vergleich zu konventionell produziertem Strom ließen sich ungefähr 4000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

SWH und AHS-Solar pachten das Areal für 30 Jahre von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die alle früheren US-Militärflächen verwaltet. Sie haben eine Ausschreibung gewonnen, die eine Nutzung mit Photovoltaik vorsah. Die Solaranlage, für die die beiden Kooperationspartner vier Millionen Euro ausgeben wollen, soll ab 2020 betrieben werden – und könnte auch größer ausfallen. Mit zehn Megawatt Leistung wäre es dann das größte Projekt in Hessen.

Ein größerer Teil des Stroms könnte in das große Rechenzentrum fließen, welches das Unternehmen P 3 Logistic Parks auf der restlichen Fläche der Großauheim-Kaserne errichten will. Der Strombedarf des „Data Center Campus“ wird in der Endausbaustufe wohl gigantisch sein: bis zu 180 000 Megawatt. Die Stadtwerke und AHS-Solar wollen P 3 ein Angebot machen.

Wie hoch ihr Erlös ausfallen wird, lässt sich noch nicht sagen, weil unklar ist, welche Vergütung sie für ihren Strom bekommen. Das wiederum hängt vom Ergebnis der Ausschreibung der Bundesnetzagentur ab, die auch über die Förderung entscheidet. Für den nächsten Termin im Februar 2019 beträgt das Höchstgebot 8,91 Cent pro Kilowattstunde. Die niedrigsten Gebote erhalten den Zuschlag, bis das Gesamtvolumen von 175 Megawatt erreicht ist.

SWH-Geschäftsführer Steffen Maiwald sagt, es werde sich nicht um ein Zuschussgeschäft handeln, die Rendite besser als bei einem Sparbuch sein – was derzeit nicht viel ist. Maiwald betont, die dahintersteckende Strategie sei wichtiger als der Überschuss. Die SWH erzeugten erstmals selbst „sauberen“ Strom und machten sich unabhängiger von der herkömmlichen Produktion sowie von schwankenden Strompreisen. Zuvor war der kommunale Versorger nur an einem Windpark beteiligt, wo er etwa 0,4 Megawatt pro Jahr erreichte. Maiwald begründet den Rückstand bei der Produktion erneuerbarer Energien damit, dass die SWH in den vergangenen Jahren andere Investitionen tätigen mussten, besonders ins Wärmenetz.

Für Constantin Alsheimer, Vorstandschef des SWH-Anteilseigners Mainova, tragen die Stadtwerke jetzt mit der Photovoltaik-anlage „zum Gelingen der lokalen Energiewende bei“. Maiwald stellte für Bürger die Möglichkeit in Aussicht, sich an dem Solarprojekt zu beteiligen.

Matthias Pollmeier, Leiter Naturschutz im Bundesforstbetrieb Schwarzenborn der Bima, sagt, seine Abteilung habe mit der Stadt Hanau bei der Konversion „hier und da ein grünes Schleifchen geknüpft“. Die Zusammenarbeit sei gut, etwa im FFH-Gebiet Campo Pond, wo die seltenen Przewalski-Pferde leben – wenngleich sich der Forstbetrieb offenbar mehr Naturschutzprojekte gewünscht hätte. Über die Photovoltaik-Pläne freut sich Pollmeier. „Jetzt nehmen wir auch das Thema erneuerbare Energien gemeinsam erfolgreich in Angriff.“

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