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Flixbus nimmt einen vollelektrischen Fernbus in Betrieb.

Verkehr in Hessen

Alternative Antriebe für Busse in Hessen

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    Florian Leclerc
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Elf Wasserstoffbusse des RMV sollen künftig in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden fahren. Flixbus nimmt einen elektrischen Fernbus in Betrieb.

Es ist mehr ein Werbegag denn eine wirtschaftlich interessante Neuerung: Am Donnerstag nahm das Unternehmen Flixbus seinen ersten vollelektrischen Fernbus in Betrieb. Das Fahrzeug mit 40 Sitzplätzen stammt aus chinesischer Produktion und soll zwischen dem Frankfurter Flughafen und Mannheim pendeln. Die Reichweite beträgt laut Hersteller rund 320 Kilometer.

Aus Sicht des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) eignen sich Elektrobusse aber nicht für den Einsatz im regionalen Verkehr. Wie RMV-Geschäftsführer Knut Ringat ausführte, seien die Reichweiten der Elektrobusse nicht hoch genug. Zum Vergleich: Im Rhein-Main-Gebiet fahre ein Expressbus „bis zu 2000 Kilometer am Tag“.

Auch sei der Anschaffungspreis zu hoch. Ein Elektrobus koste doppelt so viel wie die Dieselbusse, die derzeit im Auftrag des RMV unterwegs sind. Zu den Abgaswerten sagte Ringat: „96 Prozent entsprechen den Abgasnormen Euro 5 oder Euro 6.“

Aus seiner Sicht hat ein Elektroantrieb keinerlei Vorteile gegenüber Diesel. Eine Alternative wäre laut Ringat ein Hybridsystem, bei dem Busse Strom aus Oberleitungen beziehen und in einer Batterie speichern. Doch die Anschaffung solcher O-Busse ist derzeit im Rhein-Main-Gebiet nicht absehbar.

Bei anderen alternativen Antrieben ist der RMV indes schon weiter: Mit Wasserstoff betriebene Züge sollen ab Dezember 2022 im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis fahren. Diese Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik werden demnach auf den Linien RB11 (Frankfurt-Höchst– Bad Soden), RB12 (Frankfurt– Königstein), RB15 (Frankfurt– Bad Homburg–Brandoberndorf) und RB16 (Bad Homburg–Friedrichsdorf–Friedberg) eingesetzt. Insgesamt 26 Fahrzeuge würden angeschafft. 

Keinen Anbieter gefunden

Elf Wasserstoffbusse sollen künftig in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden fahren. Die Städte hatten sich auf eine gemeinsame Anschaffung verständigt, um Kosten zu sparen. Die erste Ausschreibung scheiterte, da sich zu den gewünschten Konditionen kein Anbieter fand. Die Städte rechnen nun mit einer Inbetriebnahme im Sommer 2019.

In Frankfurt sollen drei Brennstoffzellenbusse auf der Linie 64 fahren. Schon ab Dezember 2018 werden in Frankfurt fünf Elektrobusse auf der Linie 75 zwischen Campus Bockenheim und Campus Westend unterwegs sein.

Die Stadt Wiesbaden hat angekündigt, ab  2022 nur noch Elektrobusse einsetzen zu wollen. Wegen Lieferschwierigkeiten sollen die ersten Busse ab 2019 bereitstehen; 220 Fahrzeuge würden bestellt. Auch Darmstadt will seine Dieselbusflotte bis 2025 komplett auf Elektrobusse umstellen. 

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