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Die Flying Steps machen Breakdance zu Bachs Wohltemperiertem Klavier.

Alte Oper Frankfurt

Der Rhythmus des alten Meisters

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„Flying Bach“ bringt Klassik und Breakdance zusammen - in der Alten Oper in Frankfurt zeigen die jungen Tänzer, wie das geht. 

Vor zehn Jahren wurden die Breakdancer der „Flying Steps“ mit einem Schlag berühmt. Udo Kittelmann, Direktor der Neuen Nationalgalerie Berlin, öffnete den weltberühmten, vom Architekten Ludwig Mies van der Rohe erbauten Kunsttempel dem nur scheinbar Profanen. Denn in den heiligen Hallen der Hochkultur durften die jungen Tänzer eine ungewöhnliche Choreographie aufführen, die auch sie selbst in dieser Kombination damals überraschte: Sie tanzten zu Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“, einem strengen, spröden, gewaltigen Werk.

Der Erfolg von „Flying Bach“ war gewaltig. „Viele dachten ja, Bach und Breakdance passen nicht zusammen. Die Shows waren aber alle sofort ausverkauft“, berichtet der Tänzer Michael Rosemann, 43. „Die Leute kamen zum Picknicken und haben sich unsere Auftritte von außen durch die Scheiben des Museums angesehen. Keiner hat gewusst, was für ein Ausmaß das annehmen würde.“

„Flying Bach“: Ungewohnt für Breakdancer-Ohren

Zehn Jahre „Flying Bach“

In Wiesbaden sind die Tänzer und Musiker am Sonntag, 19. April, 20 Uhr, im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Kurhauses, Kurhausplatz 1, zu Gast.

In Frankfurt in der Alten Oper am Opernplatz treten die Flying Steps mit „Flying Bach“ am Sonntag, 3. Mai, 20 Uhr, auf.

Eintrittskarten zu 39 bis 75 Euro (Wiesbaden) und 51 bis 71 Euro (Frankfurt) gibt es im Vorverkauf beispielsweise über Eventim, Tel. 0 18 06/57 00 70, täglich von 8 bis 20 Uhr. aph

Seither tourten die Breakdancer bereits mehrfach um die Welt, viele sind von Anfang an mit dabei. „Wir waren sogar schon auf einem Bach-Festival eingeladen“, erzählt Gengis Ademoski alias Lil Ceng, 28 Jahre alt und auch schon von Anfang an bei „Flying Bach“ mit dabei. „Und es macht bis heute Freude, hier mitzumachen. Bei uns stimmt die Chemie untereinander. Das ist unser Geheimrezept.“

Deutsche Klassik, das ist vermutlich schon etwas ungewohnt für Breakdancer-Ohren. „Als ich diese Musik das erste Mal hörte, konnte ich ja gar nichts damit anfangen“, gibt Lil Ceng zu. Und auch Niranh Chanthabouasy alias „Lil Rock“ meint, er habe sich anfangs schwer getan. „Inzwischen höre ich aber auch Klassik, nicht nur Bach“, sagt der 39-Jährige.

Respekt sei ihnen immer wichtig gewesen, da sind sich die Tänzer einig – Respekt auch dem alten Meister gegenüber. Und überhaupt: Habe nicht Bach selbst diese Musik für junge Leute geschrieben, fragt Rosemann. Sie passe jedenfalls sehr gut zum Breakdance, sagt Lil Ceng. „Warum hat das eigentlich noch nie jemand vorher gemacht? Wenn der richtige Song läuft, fängt man an, sich zu bewegen. Das war von Anfang an in mir drin.“

In Wiesbaden und Frankfurt treten die Jungs, begleitet von zwei Pianisten, zusammen mit der klassisch ausgebildeten Ballerina Ya-Chun Tsai auf. „Ich habe inzwischen auch ein bisschen Breakdance von ihnen gelernt“, sagt sie lachend. „Natürlich macht das Spaß, im Hiphop ist vieles viel freier als im klassischen Tanz.“

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