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Die Stadtansicht von Fritzlar zeigt den Dom St. Petri (hinten links), das katholische Dompfarramt (vorn links) und das Priorat des Ordens der Prämonstratenser (r).
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Die Stadtansicht von Fritzlar zeigt den Dom St. Petri (hinten links), das katholische Dompfarramt (vorn links) und das Priorat des Ordens der Prämonstratenser (r).

Kloster in Fritzlar

Alle Ordensleute müssen gehen

Wegen schwerer Missbrauchsvorwürfe gegen einen der Pfarrer löst das Bistum Fulda das Kloster in Fritzlar auf. Die Zukunft der Ordensleute ist ungewiss.

Von Karina Scholz, ddp

Wegen schwerer Missbrauchsvorwürfe gegen einen der Pfarrer löst das Bistum Fulda das Kloster in Fritzlar auf. Noch im Laufe des Augustes sollen alle Prämonstratenser das Gebäude verlassen. 21 Jahre lang war die Drachenburg im Schwalm-Eder-Kreis die Heimat der Chorherren. Eine offizielle Verabschiedung des Bistums Fulda findet auf Wunsch der Prämonstratenser nicht statt – einen Nachfolger für das Pfarramt wird das Bistum schon am Dienstag bekanntgeben. Bei den Bürgern sind die Missbrauchsfälle nach wie vor ein großes Gesprächsthema.

Während der beschuldigte Priester im Gefängnis sitzt, ist die Zukunft der weiteren vier Ordensleute nach Angaben des Bistums noch ungewiss. Ein Teil von ihnen geht zurück ins Stammhaus der Prämonstratenser im niederösterreichischen Geras. Im Fritzlarer Dom Sankt Peter lesen die Priester nur noch sporadisch Messen, wollen sich vereinzelt bei ausgewählten Kirchenmitgliedern verabschieden.

Verdächtiger ist geständig

Gegen den 49-Jährigen aus ihrer Mitte war Mitte Juni Haftbefehl erlassen worden. Er sitzt seitdem wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern in Untersuchungshaft. Der Priester soll sich zwischen 1994 und 2001 in mehr als 30 Fällen an Ministranten vergangen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kassel gestand er dies beim Haftrichter. Von zehn Opfern ist die Rede. Anfang Juli wurde bekannt, dass die Ermittlungen sich auch gegen den Prior richten. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Klostervorsteher von den Übergriffen wusste und ob er sie hätte verhindern können. Die Ermittlungen dauern noch an.

Bevor der Priester verhaftet wurde, unterrichtete er auch Religion an einer katholischen Gesamtschule. „Wir können es alle noch immer nicht fassen“, sagt eine Ex-Schülerin, die anonym bleiben will. „Im ganzen Umkreis reden die Leute darüber“, sagt die 17-Jährige. Derzeit übernähmen die Lehrer der Gesamtschule den Religionsunterricht. Schon Ende August soll ein neuer Pfarrer die Seelsorge in der Fritzlarer Domgemeinde übernehmen, dazu gehört auch der Religionsunterricht. Dienstag soll sein Name bekanntgegeben werden.

Offiziell wurde das Kloster bereits zum 1. Juli geschlossen. Die Entscheidung trafen der Abt Michael Karl Prohazka aus dem Stammhaus der Prämonstratenser und der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Am Dompfarramt in Fritzlar informiert lediglich eine alte Presseerklärung im Schaukasten über die Gründe für die Schließung: Mit der Entscheidung solle „ein Neuanfang ermöglicht werden, der den Weg zur Aufarbeitung und Heilung der durch die Missbrauchsfälle eines Mitbruders entstandenen Enttäuschungen und Verletzungen“ eröffne. Das Gebäude wird möglicherweise verkauft. (ddp)

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