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Skulpturenausstellung

Fette Figuren

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Rund um den Dom und im Archäologischen Garten machen sich große Nackte breit - Bronze-Figuren des Künstlers Dietrich Klinge. Claudia Michels hat sie sich angeschaut.

Touristen nehmen, was sie zur Belustigung kriegen können. Seit Donnerstagnachmittag kann man zusehen, wie sich welche auf dem Domplatz den überlebensgroßen, aufgequollenen Bronze-Figuren des Künstlers Dietrich Klinge in die Arme werfen.

Einen ganzen Arbeitstag hatte es zuvor die Transportarbeiter gekostet, die 18 zentnerschweren Werke vom Lastwagen auf einen fahrbaren Unterbau, von da auf den Platz, und weiter per Kran um die Ecke, in den Archäologischen Garten, zu wuchten. Weitere bronzene Nackte stehen jetzt auf der Galerie, die die Urzelle der Frankfurter Stadtgeschichte umgibt.

Alles zusammen gibt manchen Leuten Rätsel auf. Denn die massive Kunst macht sich ziemlich breit im Archäologischen Garten, der als Ort für Ausstellungen nicht eingeführt ist. Laut Galerist Peter Femfert waren es "die guten Beziehungen zur Stadt", die den Einzug der bis zu 800 Kilo schweren Gestalten möglich machten. Am heutigen Freitag wird der Skulpturenpark am Dom von der Kulturausschuss-Vorsitzenden Alexandra von Hannover eröffnet.

Dietrich Klinge selber, der bei der Verteilung geholfen hat, schreibt den massigen Körpern eine Wirkung "zwischen ruhig und gewalttätig" zu. Aus der Begegnung mit den Mauer-Fundamenten der Frankfurter Gründungsgeschichte, aus römischer und fränkischer Zeit, ergebe sich ein besonderer Reiz, "ein spannender Dialog", veröffentlichte ergänzend "Die Galerie". Vor deren Sitz im Grüneburgweg war eine der archaisch wirkenden, bedrohlichen Gestalten schon länger zu sehen.

Ehe die Bronzen gegossen wurden, hatte Klinge die Prototypen in seinem Atelier im Hohenlohischen stückweise aus Holzblöcken gehauen, deren rohe Strukturen sich noch abzeichnen. Der Künstler hat seine Ausbildung an der Stuttgarter Staatlichen Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Alfred Hrdlicka erhalten, was man diesen Werken ansieht.

Die 18 Großskulpturen in der Altstadt werden bis zum Jahreswechsel stehenbleiben.

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